Ein Höhepunkt ist die Musik von Kai Rosenkranz, der schon das Original vertont hat. Auch die deutsche Sprachausgabe ist überwiegend gelungen, teils mit den alten Sprechern. Eine Ausnahme stört: Der namenlose Held wird zwar wieder von Christian Wewerka gesprochen, doch der lakonische Spott der Figur kommt nur selten durch, und der Tonfall passt nicht immer zur Szene.

Gameplay und Kampf: kein Händchenhalten

An Komfort spart „Gothic“ mit Absicht: Eine Karte muss man sich erst besorgen, Questmarker, Minikarte und Kompass fehlen. Den Weg findet man über Merkmale in der Landschaft und über Gespräche – aufmerksam zuhören lohnt sich. Für Aufträge und Kämpfe gibt es Erfahrungspunkte. Diese lassen sich aber nur bei Lehrern einlösen, die zusätzlich Erz verlangen. Anfangs ist das zäh und teuer, mit der Zeit aber überaus befriedigend. Neu sind drei Schwierigkeitsgrade sowie Klettern, Tauchen und Reiten. Hinzu kommt ein überarbeitetes Schlösserknacken mit eigenem Minispiel. Nicht alles fügt sich dabei nahtlos ein: Reiten etwa lernt man zwar, braucht es aber kaum, weil die altbekannten Teleportrunen die Wege ohnehin abkürzen.

Zu Beginn des Spiels sind bereits kleinere Kreaturen lebensgefährlich für den Helden. (Quelle: THQ Nordic)

Das Kampfsystem wurde überarbeitet, bleibt aber schwerfällig. Die Schläge haben Wucht, eine Ausdauerleiste gibt es nicht. Gegen einzelne Feinde geht das gut auf, denn jeder Gegnertyp hat eine verwundbare Stelle. Gegen größere Gruppen wird es schnell unübersichtlich: Die automatische Zielwahl rutscht gern auf den falschen Feind, und weil auch Begleiter Treffer abbekommen, erwischt man sie versehentlich, bis sie zurückschlagen. Mehr Spaß als 2001 macht das durchaus, die Genauigkeit aktueller Action-Rollenspiele erreicht es aber nicht.

Technik: anspruchsvoll, aber weitgehend stabil

Auf der PC-Version zaubert die Unreal Engine 5 eine ansehnliche Welt, fordert die Hardware aber spürbar: Obwohl unser Testrechner die Anforderungen klar erfüllt, mussten wir die Details senken, weil das Bild zwischendurch stockte. Größere Abstürze blieben im Test aus, übrig blieben kleinere Macken – zappelnde Schatten oder Bewohner, die nicht von der Stelle kommen –, die sich meist mit einem Neuladen beheben ließen.

Auf der Playstation 5 hatten wir innerhalb von drei Stunden zwei Abstürze, in denen das Spiel abrupt mit einer Fehlermeldung beendet wurde. Dreimal ist das Spiel in diesen drei Stunden mit einem eingefrorenen Bild abgestürzt und musste beendet werden. Einmal war plötzlich die Musik nicht mehr zu hören. Das Spiel läuft derzeit auf Sonys Konsole also alles andere als rund. Es ist davon auszugehen, dass die Entwickler mit Updates nachbessern.

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