Ermittler haben Sadisten im Visier
Mord in Russland: Spur führt nach Deutschland
20.08.2026 – 16:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein junger Deutscher soll für Straftaten auf mehreren Kontinenten verantwortlich sein. Die Bundesanwaltschaft sieht in ihm einen Terroristen.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen jungen Deutschen, der Mitglied in einer terroristischen und kriminellen Vereinigung gewesen sein soll. Einem „Tagesschau“-Bericht zufolge handelt es sich um einen 19-Jährigen. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, habe sie die Ermittlungen gegen den Heranwachsenden am 7. August übernommen. In Untersuchungshaft sitzt er demnach bereits seit Mitte März.
Dem Deutschen werden eine ganze Reihe von Straftaten vorgeworfen: Anstiftung zum Mord, Anstiftung zur mehrfachen Brandstiftung, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch eines Kindes, bandenmäßige Verbreitung kinderpornografischer Inhalte, öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Billigung von Straftaten und Gewaltdarstellung.
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Totes Kind an Schule: Auftrag soll aus Deutschland gekommen sein
Konkret soll er spätestens Ende März 2024 eine Online-Gruppierung mitgegründet haben, die „auf die Begehung besonders schwerwiegender Straftaten wie Mord oder Totschlag“ ausgerichtet sei – das alles geprägt durch eine rechtsextreme Ideologie. In den Gruppen hätten sich die Mitglieder über ihre Taten ausgetauscht und zu Gewalttaten aufgerufen.
Spätestens Ende 2024 soll sich der heute 19-Jährige dann einer weiteren Online-Gruppierung angeschlossen haben, auch dort soll er als einer der Anführer fungiert haben. So soll er gemeinsam mit anderen Vereinigungsmitgliedern einen minderjährigen Jungen in Russland dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten. Zudem rief er mutmaßlich in einer Chatgruppe zur Tötung eines US-Bürgers auf und brachte Jugendliche in den USA und in Schweden dazu, Fahrzeuge in Brand zu setzen.
Fall erinnert an „White Tiger“
Schließlich besteht laut Bundesanwaltschaft der Verdacht, dass der Beschuldigte über das Internet mit einem Kind im europäischen Ausland in Kontakt getreten sei und dieses dazu veranlasst habe, mit einem Messer sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Das Kind habe sich dabei schwer verletzt. Videos der Taten soll der Tatverdächtige im Internet verbreitet haben.
Die Bundesanwaltschaft rechnet die beiden Gruppierungen der sogenannten COM-Szene zu. Mitglieder dieser Szene suchen insbesondere in sozialen Medien oder auf Gaming-Plattformen nach sehr jungen, meist weiblichen Personen. Diese sollen durch Manipulation und Zwang zu erniedrigenden Handlungen bis hin zu Selbstverletzungen und Suizid getrieben werden.
Der Fall erinnert an den des „White Tiger“ genannten 21-Jährigen, der seit Januar vor dem Hamburger Landgericht steht. Er soll über das Internet insgesamt 204 Straftaten begangen haben – über Kontinente hinweg. Angeklagt ist er unter anderem wegen eines Mordes und fünf versuchter Morde. Opfer sind laut Staatsanwaltschaft mehr als 30 Kinder und Jugendliche unter anderem aus Deutschland, England, Kanada und den USA. Der Prozess findet wegen des jungen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mitte Dezember könnte ein Urteil in dem Fall gesprochen werden.
