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Politik

Spitzenkandidatin zur grünen Männlichkeits-Debatte: „Das hilft uns nicht“

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Spitzenkandidatin zur grünen Männlichkeits-Debatte: „Das hilft uns nicht“
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Männlichkeits-Debatte bei den Grünen

„Das hilft uns im Wahlkampf nicht“


13.07.2026 – 16:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Bundesparteitag Bündnis 90/Die GrünenVergrößern des Bildes

Susan Sziborra-Seidlitz: Sie führt die Grünen als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-bilder)

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Mit einem Manifest über moderne Männlichkeit haben Grünen-Politiker parteiintern Unmut erregt. Die grüne Wahlkämpferin in Sachsen-Anhalt ist wenig begeistert von der Debatte.

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kämpfen die Grünen um den Wiedereinzug in die Parlamente. In Berlin streitet die Partei unterdessen über Männlichkeit. „Ich will an der Stelle einfach nur sagen: Das hilft uns im Wahlkampf nicht. Das ist nichts, was wir brauchen“, sagte die Grünen-Spitzenkandidatin für Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, am Montag auf das Thema angesprochen bei einer Pressekonferenz in Berlin. Sie hat auch einen Rat an ihre Parteikollegen, wie diese ihre Zeit besser verbringen könnten.

Hintergrund ist ein Papier mit dem Titel „Starke Männer übernehmen Verantwortung – Eine Einladung für moderne Männlichkeit“, das in der Partei Unmut erregt. In dem Manifest, über das zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte, heißt es unter anderem: „Du willst jeden Tag ins Gym gehen und achtest auf deine Ernährung? Hervorragend, dass du daran Spaß hast und gesund lebst. Mach das. Du willst für deine Familie sorgen können? Großartig. Das ist eine Form von Fürsorge, die Respekt verdient. Du willst beschützen können? Ja, bitte. Die Welt braucht Menschen, die sich schützend vor andere stellen.“

Unmut über das Papier in der Fraktion

Unterzeichnet hatten das Papier 13 Grüne, darunter Parteichefin Franziska Brantner, ihre Vorgängerin im Amt, Ricarda Lang, oder auch die Bundestagsabgeordneten Julian Joswig und Max Lucks. Gleichzeitig ließen sich Joswig und Anton Hofreiter, der nicht zu den Unterzeichnern zählt, vom „Spiegel“ beim Sport begleiten.

Franziska Brantner (l.) und Ricarda Lang: Kolumnist Uwe Vorkötter hätte gerne ein paar Antworten von den Grünen-Politikerinnen.Vergrößern des Bildes
Co-Parteichefin Franziska Brantner (l.) und die Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang: Die beiden Grünen haben das Männlichkeits-Papier unterzeichnet. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa)

Vor allem Rechten gelingt es seit einiger Zeit, Männer für sich zu gewinnen, die sich als Opfer des Feminismus betrachten. Frauenfeindliche Influencer gewinnen bei diesen oft jüngeren Männern an Zuspruch, sie setzen auf sexistische Äußerungen und propagieren traditionelle Rollenbilder. Es handelt sich dabei um die sogenannte Manosphere, also ein Netzwerk von Online-Communitys. Die Grünen beschäftigen sich schon länger mit der Frage, wie sie Männer besser ansprechen können. Die Partei wird häufiger von Frauen gewählt.

Doch nicht allen gefiel die Initiative der Manifest-Unterzeichner: In der Bundestagsfraktion wurde vergangene Woche heftig über den Inhalt debattiert. Das Papier war auch nicht mit zuständigen Fachpolitikern abgesprochen, was in der Fraktion Unverständnis hervorrief. Co-Parteichef Felix Banaszak, der nicht zu den Unterzeichnern zählt, sagte t-online, dass er sich zwar über Impulse in der Debatte freue, aber nicht jeden Ansatz teile. Er fügte hinzu: „Fürsorge und Verantwortung sind kein Widerspruch zu Fitness, aber Fitness alleine macht noch keinen neuen Mann.“

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