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Soziales Netzwerk aus Europa will Elon Musk Konkurrenz machen: W statt X

wochentlich.deBy wochentlich.de22 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Soziales Netzwerk aus Europa will Elon Musk Konkurrenz machen: W statt X
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Die Verifizierung menschlicher Nutzer soll ausschließen, dass Bots oder Fake-Profile massenhaft Diskurse beeinflussen. Wie der Prozess läuft, ist noch nicht im Detail öffentlich. Nutzer sollen aber weitgehend ihre Daten selbst verwalten können. Das und die Einhaltung europäischer Datenschutzrichtlinien soll verhindern, dass Informationen über Nutzer gesammelt werden, um sie zielgenau mit Werbung zu adressieren und „sie zu manipulieren“, so Zeiter.

Vorgesehen ist den Ankündigungen zufolge auch, dass Nutzer selbst einstellen können, wie ein Algorithmus ihnen Postings einspielt. Sie können Beiträge nur aus der eigenen Filterbubble bekommen, einen Anteil anderer Postings oder die volle Bandbreite.

In der Ankündigung hört es sich so an, als wolle W Social Inhalte- und Medien-Anbieter finanziell erheblich beteiligen. Während X Erlöse verteilt, wenn Inhalte dafür angemeldeter Nutzer Reichweite erzielen, will W Social Erlöse für Inhalte teilen, ohne auf Empörungslogik zu setzen. In der Präsentation spricht Zeiter ausdrücklich von „trusted, high-quality journalism“ (von vertrauenswürdigem Qualitätsjournalismus), der durch das Modell gefördert werden solle. Mit einem Partner-Modell, das dem Musikstreamingdienst Spotify ähnelt, sollen bis zu 70 Prozent der Erlöse an Verlage und Anbieter von Inhalten ausgeschüttet werden.

Der Zeitplan: Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos wird das Netzwerk auch deshalb präsentiert, weil 1.000 „VIP-Leaders“ gewonnen werden sollen, um von Anfang an dabei zu sein. Im zweiten Quartal des Jahres ist eine weitere Runde vorgesehen, um neue Nutzer aufzunehmen. Im Sommer sollen Medien gezielt geworben werden, und am Jahresende soll W Social für alle Nutzer zugänglich sein.

Das Umfeld: X hat wiederholt erklärt, sich europäischen Regeln nicht unterwerfen zu wollen. Zugleich bekommen die Netzwerke große Rückendeckung von der US-Regierung, die Regulierung als Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellt. International zeigt sich der Konflikt auch an konkreten Fällen: In Brasilien etwa wurde ein Richter, der eine Sperrung von X angeordnet hatte, von den USA sanktioniert. Ähnlich erging es der Führung der deutschen Organisation HateAid, die Betroffene von Hasskampagnen unterstützt und als zertifizierte Meldestelle mutmaßlich strafbare Inhalte an Ermittlungsbehörden weiterleitet.

X hat parallel die Zahl seiner Moderatoren in Europa von rund 2.300 im November 2023 auf 1.352 im Oktober 2025 zusammengestrichen und früher gesperrte Nutzer wieder zugelassen. Parallel sinkt die Zahl der Nutzer von X in Europa deutlich. Der jüngste Transparenzbericht im Oktober 2025 meldete zwar eine leichte Erholung, insgesamt hat Musk aber in Europa jeden fünften Nutzer verloren. Deutsche waren vergleichsweise treu.

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