„Nicht mit Grundsätzen vereinbar“

SO36 lädt Band aus – wegen Teilnahme an einem Festival


29.04.2026 – 11:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Kulb SO36 in Berlin-Kreuzberg (Archivbild): Die Band Elli Berlin & Brunhilde soll hier ausgeladen worden sein. (Quelle: IMAGO/imago)

Der Kreuzberger Kultclub SO36 soll eine Band wegen ihrer mutmaßlichen politischen Haltung ausgeladen haben. Beide Seiten erheben schwere Vorwürfe.

Eigentlich sollte am Dienstag (28. April) die Metal- und Rockband Elli Berlin & Brunhilde in den Räumlichkeiten des SO36 in Kreuzberg auftreten. Doch kurz davor wurde das Konzert von der Veranstaltungsstätte abgesagt. Das geht aus der Webseite hervor.

Dort ist auch eine Stellungnahme zu finden. Demnach habe man sich nach „intensiver Auseinandersetzung“ dazu entschlossen, das Konzert abzusagen. „Die Künstlerin und/oder ihr Management vertreten Positionen bzw. eine Haltung, die in zentralen antifaschistischen Fragen nicht mit unseren Grundsätzen vereinbar sind“, heißt es dort weiter.

Antifaschismus sei keine Verhandlungssache. SO36 habe sich darin auch entschuldigt, dass ihnen diese „Differenzen“ nicht früher aufgefallen seien. Die Tickets sollen erstattet werden, ein Nachholtermin sei nicht geplant. Konkrete Details zu den Hintergründen nannte der Club nicht.

Ein Hinweis dazu lässt sich aber in einer Stellungnahme finden, die kurz darauf auf der Instagramseite der Frontsängerin veröffentlicht wurde. Demnach soll die Absage in Verbindung stehen mit dem geplanten Auftritt der Band auf einem Festival. Dort soll auch Philipp Burger auftreten, Frontsänger bei der Rockband Frei.Wild.

Die Südtiroler Band ist wiederholt mit rechtsgerichteten Texten aufgefallen, Experten stufen sie als mindestens rechtspopulistisch ein. Die Mitglieder der Band distanzierten sich selbst von rechten und flüchtlingsfeindlichen Positionen.

Die Band Elli Berlin & Brunhilde übt scharfe Kritik an der Absage von SO36. „Eine politische Nähe zu anderen Künstlern eines Line-ups zu konstruieren, ist absurd“, heißt es in der Stellungnahme. Wenn der Club solche Maßstäbe anlege, müsse man auch viele andere Künstler ausladen.

„Eine solche Form der Ausgrenzung entbehrt jeder sachlichen Grundlage“, heißt es weiter. Sie würden sich von jeder Form von Extremismus distanzieren und jegliche Form von Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung verurteilen. SO36 hat bislang nicht öffentlich auf die Stellungnahme der Band reagiert.

Mutmaßlich handelt es sich bei dem Festival, bei dem sowohl die Band als auch Philipp Burger auftreten, um das „Rock dein Leben“-Festival im Sommer in Laichingen.

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