Anfang 2024 spielten Beirut ihre weltweit erste Show nach mehreren Jahren – im Berliner Tempodrom. Dort kam die Folk-Band nun erneut für ein Konzert zusammen.

Lange war es für Zach Condon undenkbar, live vor seinen Fans aufzutreten. Die Angst davor war für den Sänger der Folk-Band Beirut zu groß, wiederkehrende Depressionen machten ihm zu schaffen. Der US-Amerikaner sagte eine weltweite Tour zum Album „Gallipolli“ im Jahr 2019 wegen eines Zusammenbruchs ab.

Zuvor war er weit über ein Jahrzehnt mit seiner Musik durch die Welt getourt. Nach dem Kollaps stellte Condon fest, dass er nicht der „ewige Reisende“ ist, obwohl viele seiner Fans ihn wegen seiner Weltmusik als solchen ansahen. In seinem Heimstudio in Berlin-Lichtenberg sagte er t-online Anfang 2024 rückblickend, dass ihm die weltweiten Auftritte nicht guttaten: „Ich wurde krank, auch körperlich, und wusste nicht mehr, was ich tue.“

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Er nahm sich fünf Jahre Zeit – und spielte im Jahr 2024 zwei exklusive Shows in Berlin. Ein Kompromiss, sozusagen vom Sofa auf die Bühne. Denn: „Die Angst wird nie ganz weg sein. Aber ich habe gelernt, besser mit ihr umzugehen“, so Condon kurz vor den damaligen Konzerten.

Und tatsächlich ging es nach den Shows in der Hauptstadt wieder raus in die Welt: Er spielte im Jahr 2025 Konzerte in Utrecht, Brüssel und London. Zuletzt war er sogar im brasilianischen São Paulo auf der Bühne.

Beirut in Berlin: Zach Condon zurück im Tempodrom

Und nun eben wieder im Berliner Tempodrom: Dort, wo er bereits 2024 sein Comeback gegeben hatte. Kurz nach 21 Uhr kommt er am Freitag mit seiner Band auf die Bühne. Ein leichtes Nicken, anschließend sagt er auf Englisch: „Guten Abend, ich danke euch allen sehr.“ Sofort fällt auf, dass Condon nichts von seiner charmanten Zurückhaltung verloren hat.

Dann setzen die Bläser von „When I Die“ ein, einem Song aus Beiruts Album „Gallipoli“ (2019). Das Lied mit seinen sanften Trompeten und dem fast schwebenden Arrangement legt sich wie eine Umarmung um die Fans. Anschließend folgt der gleichnamige Song zum Album: „Gallipoli“, mit seiner sakralen Schönheit.

Beirut bei einem Auftritt in London. (Quelle: IMAGO/Capital Pictures)

Zach Condon und seine Band Beirut

Zach Condon wuchs in Santa Fe (USA) auf. Er bereiste Europa – für ihn der „Gegenpol zu Amerika“ – bereits in frühen Jahren. Seine Musik ließ er von verschiedensten Kulturen des Kontinents inspirieren. Beirut machen melodischen Indie-Pop und -Folk, verfeinert mit Musik der Roma und anderen insbesondere osteuropäischen Einflüssen. 2006 erschien das Debüt seiner Band mit dem Titel „Gulag Orkestar“. Condon war da 19 Jahre alt. Das Album und die darauffolgenden Werke sind bis heute stilprägend für viele Bands der alternativen Musikkultur. Er feierte große Erfolge in der Indie-Szene.

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