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So war das Konzert von Zach Condon und Co. im Tempodrom

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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So war das Konzert von Zach Condon und Co. im Tempodrom
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Auf der Setlist stehen an diesem Abend viele ältere Hits. Die Band spielt etwa den bezaubernden Kammerfolk-Walzer „Postcards From Italy“, die melancholische Folkpop-Hymne „Nantes“ oder das balkanesque Crescendo „Elephant Gun“. Es sind Songs, die einen warmen und nostalgischen Sound erzeugen, und das Fernweh nach Mittelmeer und Balkan ins Unermessliche steigern. Mit diesen Liedern setzte sich Beirut in den 2000er-Jahren auf die Landkarte der Indie-Szene.

Musikalisch ist das alles wie gewohnt auf einem hohen Niveau, ohne die großen Überraschungen bereitzuhalten – bis auf „Fisher Island Sound“ aus dem Album „Artifacts“ (2022), den er an diesem Abend in Berlin zum allerersten Mal live spielt.

Beirut in Berlin: Trotz 36 Grad beste Stimmung

Auch neuere Songs passen gut ins Set, etwa „Villa Sacchetti“, das Highlight vom aktuellen Album „A Study For Losses“ (2025). Die Platte ist eine Auftragsarbeit, die Condon für den schwedischen Akrobatik-Zirkus „Giraff“ einspielte. Einziger Wermutstropfen: Bei früheren Shows begleiteten Akrobaten und Jongleure diese Lieder auf der Bühne. Dem Publikum in Berlin bleibt das leider verwehrt.

Dennoch sind die Fans gut gelaunt: Zunächst etwas zurückhaltend, wacht das Publikum im Laufe des Abends auf. Regelmäßig gibt es Liebesbekundungen aus dem Rund hinauf zur Bühne, oder Menschen liegen sich in den Armen und schunkeln zur Musik. Kann man Beirut besser genießen? Wohl kaum.

Vergrößern des Bildes
Zach Condon und seine Ukulele (Archivbild): Zwischenzeitlich hatte er damit Probleme. (Quelle: IMAGO/TheNews2)

Trotz der Hitze in Berlin mit Temperaturen um 36 Grad ist auch Condon in bester Stimmung. An einer Stelle scherzt er, dass der Gurt seines Instruments ihn behindert: „Die Ukulele hat mich beim letzten Lied fast umgebracht. Ich habe kurzzeitig keine Luft mehr bekommen“. An anderer Stelle gibt er zu, an vielen Orten, die er besingt, noch gar nicht gewesen zu sein: „So 50/50 ungefähr, in meinem Kopf sind die Orte aber auch schön“, schmunzelt er.

Als er das Lied „O Leãozinho“ des brasilianischen Singer-Songwriters Caetano Veloso auf Portugiesisch covert, scheinen ihm ein paar Worte zu fehlen: „Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn ich mich an das ganze Lied erinnern würde.“ Condon liebt Sprachen, hat er immer schon, und spricht zwischen den Songs kurze Sätze auf Deutsch. Dass er sich auch osteuropäischer Musiktraditionen bedient, zeigt sich erneut in den Trompeten des „Serbian Cocek“ – eines traditionellen Balkanstücks.

Generell überzeugen am Freitagabend die Songs, die vornehmlich mit reichhaltigen Bläserarrangements ausgestattet sind. Und so endet das Konzert mit „The Gulag Orkestar“, dem heimlichen Star einer jeden Beirut-Show. Der Song, der mit einer Art Marschrhythmus auftrumpft – und zeigt, dass es Condon in der Musik regelmäßig schafft, das Fremde in Vertrautheit zu verwandeln.

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