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Finanzen

So teuer wird der Standard-Brief

wochentlich.deBy wochentlich.de20 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Sinkende Briefmengen

Standardbrief-Porto soll um 20 Cent steigen

Aktualisiert am 20.10.2026 – 16:37 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein Postbote bei der Arbeit: Standardbriefe werden teurer – aber auch andere Dienste des Unternehmens. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/dpa-bilder)

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Die Deutsche Post möchte das Porto für einen Standardbrief zum Jahreswechsel deutlich anheben. Auch andere Produkte werden teurer.

Der Versand eines Standardbriefs in Deutschland wird ab kommendem Jahr aller Voraussicht nach deutlich mehr als einen Euro kosten. Die Deutsche Post gab in Bonn bekannt, dass sie das Porto für diese häufig genutzte Briefart Anfang 2027 um 20 Cent auf 1,15 Euro anheben möchte. Das ist der höchste Porto-Anstieg, den es jemals gab.

Andere Briefarten werden ebenfalls teurer, der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief verteuert sich um 15 Cent auf 1,25 Euro, der Großbrief um 55 Cent auf 2,35 Euro und der Maxibrief um 2,10 Euro auf 5 Euro. Der Preis für Einschreiben bleibt unverändert. Die neuen Preise gelten für die Jahre 2027 und 2028. Neben den Briefen werden auch Pakete teurer, deren geplante Porti für Privatleute gab die Post aber bislang nicht bekannt. Außerdem wird Geschäftskunden-Post teurer.

Für die Gültigkeit des Vorhabens fehlt noch die Zustimmung der Bundesnetzagentur. Die Bonner Behörde hatte vergangene Woche einen sogenannten Preiserhöhungsspielraum vorgeschlagen. Sie hatte die Gesamtmenge aller Briefe, die in den Jahren 2027 und 2028 versendet werden, prognostiziert und dann signalisiert, dass die Einnahmen aus dem Briefversand um 20,35 Prozent steigen dürfen.

Im Rahmen dieser Vorgabe darf die Post selbst entscheiden, wie stark sich jede einzelne Briefart verteuern darf. Beim Standardbrief liegt der Porto-Anstieg nun bei 21,05 Prozent. Beim Kompaktbrief liegt der geplante Anstieg hingegen niedriger als im Gesamtschnitt – diese Sendungsart wird 15 Cent teurer auf 1,25 Euro (plus 13,64 Prozent).

Wie die Post den Schritt begründet

„Die Briefmengen sinken seit Jahren deutlich, während die Personal-, Energie- und Sachkosten steigen“, sagte Nikola Hagleitner, die im Logistikkonzern DHL im Vorstand sitzt und zuständig ist für Post & Paket Deutschland. Zugleich müsse die Post auch künftig ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen und Filialen für ganz Deutschland vorhalten. „Wenn immer weniger Briefe über diese Infrastruktur laufen, steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig.“ Man investiere zudem jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in das Post- und Paketnetz, etwa in Elektrofahrzeuge und Automaten.

Wie reagiert die Politik?

Aus der Politik wird Verständnis signalisiert für die geplante Preisanhebung. Die Briefmengen seien nun mal stark zurückgegangen, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff. „Wichtig ist, dass wir die qualitativ hochwertige deutschlandweite Versorgung zu moderaten Preisen weiterhin sicherstellen können.“ Der Vergleich mit unseren Nachbarländern zeige im Hinblick auf Preise und Qualität, „dass wir das immer noch gut hinbekommen“.

Tatsächlich ist der Briefversand in Deutschland noch immer relativ günstig. In den Niederlanden liegt das Porto für einen Standardbrief bei 1,40 Euro, in Belgien werden mindestens 1,58 Euro fällig. In Frankreich sind es 1,52 Euro – dort steht schon fest, dass das Porto für einen Standardbrief zum Jahreswechsel auf 1,67 Euro steigt.

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