Forscher untersuchen

So reagieren Lachse auf Kokain


Aktualisiert am 18.07.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Lachs im Sprung (Symbolbild): Kokain macht die Tiere laut einer Studie aktiver. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Thomas Sbampato/imago)

Im Namen der Wissenschaft wurden zahlreiche Lachse mit Koks gefüttert. Das Experiment hat einen ernsten Hintergrund.

Ein Forscherteam aus Schweden hat über mehrere Wochen Lachse mit Kokain gefüttert – und so ermittelt, dass die Tiere nach dem Konsum der illegalen Substanz weiter schwimmen als ihre nüchternen Artgenossen. Die Wissenschaftler der „Swedish University of Agricultural Sciences“ in Uppsala veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Current Biology“.

Für ihren Versuch haben die Forscher eine Gruppe Lachsen in Wasser mit einem erhöhten Kokaingehalt schwimmen lassen und eine weitere Gruppe in Wasser mit Benzoylecgonin – also einem Stoff, den der menschliche Körper nach dem Kokain-Konsum produziert. Für den Vergleich wurden außerdem die Daten einer Kontrollgruppe gemessen, die in sauberem Wasser lebt.

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Verunreinigtes Wasser „verweiblicht“ Tiere

Der Hintergrund des Experiments ist folgender: Schadstoffe wie Kokain oder Benzoylecgonin gelangen durch das Abwasser oft in Flüsse und werden dort von Fischen aufgenommen. Die Kläranlagen sind in weiten Teilen der Welt nicht darauf ausgelegt, so feine Stoffe aus dem Wasser zu filtern – auch in Deutschland geschieht dies nicht.

Laut den Wissenschaftlern wirken sich die Drogen-Rückstände nicht auf die Lebenserwartung der Fische aus. Und trotzdem würden sie die Tiere ändern: Fische, die dem Benzoylecgonin ausgesetzt waren, schwammen laut der Studie im Schnitt 1,9-mal so weit wie die Tiere aus der Kontrollgruppe. Auch die Koks-Lachse schwammen demnach weiter, wenn auch nicht in diesem Ausmaße.

Bereits ältere Studien hatten gezeigt, welche Auswirkungen Rückstände im Abwasser auf Tiere haben können. Schon 2003 erklärte der Professor Christian Steinberg vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie der „taz:“ „Seit einigen Jahren beobachten wir, dass junge männliche Fische verweiblichen.“ Grund dafür seien Reste der Antibabypille, die durch die Kanalisation im Wasser landen.

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