Neue Zahlen belegen

E-Autos brennen seltener als Verbrenner


20.10.2025 – 10:37 UhrLesedauer: 3 Min.

Ausgebrannter Tesla: Laut Versicherern ist das Feuerrisiko nicht so hoch wie bei Benzinern oder Dieseln. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Marvin Samuel TOLENT/imago)

Sind Elektroautos besonders brandgefährlich? Eine neue Auswertung kommt zu einem überraschend klaren Ergebnis.

„E-Auto-Fahrer verbrennt“, „Insassen verschmelzen mit Fahrzeug“ – Meldungen wie diese bleiben im Kopf hängen und erwecken den Eindruck, dass elektrisch angetriebene Autos deutlich gefährlicher sind als Benziner oder Verbrenner. Doch mehrere Auswertungen zeigen, dass dies nicht der Fall ist.

Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) hat jetzt Zahlen vorgelegt, die das tatsächliche Brandrisiko batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) auf Basis eigener Schadensstatistiken aus den Jahren 2020 bis 2024 belegen. Die Kernaussage: Elektroautos brennen deutlich seltener als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Weniger als ein Prozent der bei der Allianz gemeldeten Brandschäden entfiel in diesem Zeitraum auf BEVs. Bezogen auf die sogenannte „versicherte Jahreseinheit“ – also die Zahl der versicherten Fahrzeuge im Jahr – zeigt sich laut AZT ein weiterer klarer Trend: Benziner und Diesel geraten öfter in Brand als Stromer, auch wenn man die geringere Verbreitung von Stromern einbezieht. Darüber berichtet das Portal autohaus.de.

Auch internationale Studien bestätigen diesen Befund: In Norwegen etwa machen Elektroautos rund neun Prozent des Fahrzeugbestands aus, aber nur 2,3 Prozent der gemeldeten Fahrzeugbrände. Ähnliche Zahlen finden sich in Untersuchungen aus Schweden und Australien. Allerdings gibt es einen möglichen Verzerrungseffekt: Elektroautos sind oft jünger und besser gewartet. Das senkt grundsätzlich die Ausfallwahrscheinlichkeit.

Der Austritt von brennbaren Flüssigkeiten, etwa Kraftstoff oder Öl, wie er bei Verbrennern regelmäßig vorkommt, spielt bei Stromern naturgemäß keine Rolle. Die Akkus moderner Elektroautos sind zudem durch spezielle Schutzsysteme gesichert: Sie verfügen über eine Luft- oder Flüssigkeitskühlung, sind mechanisch abgeschirmt und werden von einem Batteriemanagementsystem (BMS) rund um die Uhr überwacht. Dieses greift ein, wenn Temperatur, Spannung oder Strom vom Sollwert abweichen.

Außerdem gilt für alle in Europa zugelassenen Hochvoltfahrzeuge die Norm ECE R 100, die strenge Tests für Hitze, Aufprall und Kurzschluss vorschreibt. Unterschiedliche Zelltypen bergen jedoch unterschiedliche Risiken: Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) gelten als besonders stabil, während nickelbasierte Zellen eine höhere Energiedichte, aber auch ein potenziell höheres Risiko für Brände aufweisen. In Europa dominieren bislang Nickel-Zellen.

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