Infantino wieder und wieder in der Kritik
So könnte der Fifa-Präsident alles verlieren
Aktualisiert am 30.07.2026 – 14:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Empörung über die Investorenpläne der Fifa ist besonders in Europa groß. Präsident Gianni Infantino steht im Fokus – auch seine berufliche Zukunft.
Ungeachtet harscher Kritik an den Investorenplänen der Fifa will Verbandspräsident Gianni Infantino keine sinnvollen Alternativen zum von ihm vorangetriebenen Milliardenprojekt erkennen. Er rechtfertigte den geplanten Einstieg externer Geldgeber als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Kritiker werfen dem umstrittenen Funktionär indes vor, vor allem seinen persönlichen Profit und den von Geschäftspartnern im Auge zu haben, indem er die Kommerzialisierung der weltweit populärsten Sportart immer weiter auf die Spitze treibe.
Für Infantino ist es damit der nächste Höhepunkt in seiner Amtszeit als Präsident. Bereits vor wenigen Wochen fiel sein Name wiederholt im Zusammenhang mit Kritik bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Dort führte etwa ein Telefonat zwischen ihm und US-Präsident Donald Trump zu einer breiten Debatte über politische Einflussnahme im Weltfußball.
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Forderungen nach einer sofortigen Absetzung des Fifa-Präsidenten wurden lauter. Und schlagartig kursierte tatsächlich die Frage, ob der Mann zu Fall gebracht werden kann, der seine Macht über Jahre zementiert hat: Reformen umkehren, die WM nach seinem Gusto verändern, einen Friedenspreis erfinden und mehr. Aber wäre das überhaupt so einfach möglich, Infantino als Fifa-Präsidenten zu stürzen?
So könnte Infantino gestürzt werden
Die Statuten des Weltverbands sehen für einen Machtwechsel klare Regelungen vor. Anders als bei Regierungschefs, die etwa durch ein Misstrauensvotum abgesetzt werden können, ist der Weg zur Abwahl eines Fifa-Präsidenten formal begrenzt. Eine Möglichkeit besteht in der Suspendierung oder Sanktionierung durch die unabhängige Ethikkommission.
Sollte der Präsident gegen den Ethikkodex der Fifa verstoßen – etwa durch Korruption, Amtsmissbrauch oder andere schwerwiegende Pflichtverletzungen –, kann die Kommission ein Verfahren einleiten. Sie ist befugt, den Präsidenten zunächst vorläufig zu suspendieren und im weiteren Verlauf auch dauerhaft aus allen Fußballämtern auszuschließen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist Sepp Blatter, der 2015 nach einer vorläufigen Suspendierung für mehrere Jahre gesperrt wurde.

Eine weitere Option ist die reguläre Abwahl im Rahmen einer Präsidentenwahl. Der Fifa-Präsident wird vom Fifa-Kongress für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Nach Ablauf dieser Frist können die 211 Mitgliedsverbände einen neuen Kandidaten bestimmen. Infantino hat bereits angekündigt, sich 2027 beim Kongress in Rabat erneut zur Wahl zu stellen. Realistisch ist eine Abwahl Infantinos allerdings nicht.
