Schutz vor Infektionen
Nach einer Impfung: Sind Sport, Sauna oder Alkohol schädlich?
Aktualisiert am 02.10.2025 – 13:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Für viele steht jetzt im Herbst wieder die Grippeschutzimpfung an. Wie stark darf man den Körper nach so einem Piks belasten? Und was tun, wenn man sich nach der Impfung krank fühlt?
Die Impfung gegen Grippe könnte in diesem Winter viele schwere Krankheitsfälle verhindern. Das lassen aktuelle Zahlen von der Südhalbkugel hoffen, wo die Grippesaison gerade vorbei ist. Aber auch gegen andere Erkrankungen wie Corona, FSME oder Tetanus wirken Impfungen wie ein Trainingslager für das Immunsystem. Dabei setzt es sich mit dem Krankheitserreger auseinander und produziert Antikörper. Das ist für den Körper eine Menge Arbeit. Alles mit dem Ziel, dass die körpereigene Abwehr rasch zur Stelle ist, sollte uns der Erreger eines Tages im Alltag begegnen.
Wer sich jetzt im Herbst auf den Weg zum Haus- oder Betriebsarzt oder in die Apotheke macht, um sich eine Grippeschutzimpfung abzuholen, fragt sich womöglich: Sollte ich nach dem Piks einen Gang zurückschalten?
Die eine Empfehlung, die für alle gleichermaßen gilt, gibt es nicht. „Ob man sich nach einer Impfung schonen muss, ist auch vom eigenen Gesundheitszustand abhängig“, so Christoph Peter. Er leitet das Referat für Infektionsschutz im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
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Die Faustregel: Wer Grunderkrankungen mitbringt oder in fortgeschrittenem Alter ist, sollte eher einen Gang runterschalten als jemand, der gesund ist. Wer sich unsicher ist, bespricht am besten mit dem Arzt oder der Ärztin, worauf es in den Tagen danach ankommt, so Peters Rat.
Und natürlich grundsätzlich eine gute Idee: auf den eigenen Körper achten. Wer sich angeschlagen fühlt, ruht sich lieber auf dem Sofa aus. Und wer den Impfarm nur mit Schmerzen heben kann, verabredet sich vielleicht lieber nicht für einen Besuch in der Kletterhalle.
Spaziergang, entspannte Runde auf dem Fahrrad, Yoga: Gegen leichte körperliche Belastungen nach einer Impfung spricht für gesunde Menschen nichts. „Übertreiben sollte man allerdings nicht“, warnt Christoph Peter. „Manche sportliche Aktivitäten wie lange Ausdauerläufe oder ein Work-out mit hoher Gewichtsbelastung sind so kraftraubend, dass man sie nach der Impfung besser unterlässt.“ Auf sie sollte man in den Tagen nach dem Piks lieber verzichten – ebenso auf alle Aktivitäten, die dem Körper Höchstleistungen abverlangen, Sportwettbewerbe etwa.
Hitze kann den Kreislauf zusätzlich beanspruchen. „Ob man nach einer Impfung in die Sauna gehen kann, hängt unter anderem davon ab, ob man Saunagänge gewohnt ist und ob nach der Impfung Beschwerden auftreten“, so Christoph Peter. Wer sich nicht ganz fit fühlt oder nur selten den Besuch in die Wärme antritt, verzichtet lieber in den Tagen nach der Impfung aufs Saunieren.
Auch Alkohol belastet den Körper. Denn um ihn abzubauen, benötigt der Körper Energie. Nach einer Impfung sollte er diese aber besser zur Produktion von Antikörpern nutzen. „Wenn überhaupt, dann nur in Maßen“, rät Peter nach einer Impfung.
Wer sich gesund fühlt, darf bereits am Tag nach der Grippeschutzimpfung wieder Blut spenden. Gegen Influenza wird nämlich mit einem Totimpfstoff geimpft.
Bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen – etwa gegen Masern, Mumps und Röteln – muss man hingegen vier Wochen warten, ehe eine Blutspende wieder möglich ist.
