Richtig so! Und erfolgreich
Erstaunlich, mit welchem Maß an mangelnder Urteilskraft man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf Sendung gehen darf. Allen Ernstes führte heute Morgen ein Kollege im Deutschlandfunk als Beleg für eine tendenziell gescheiterte Strategie der Silvesternacht in Berlin ins Feld, dass es ja sogar schlimmer war als im Jahr vorher: mehr Personen aufgegriffen und mehr Verfahren eingeleitet.
Ähm, Entschuldigung: Ja genau, so ist das. Wenn ich mit massivem Polizeiaufgebot antrete und Randalierer sofort dingfest mache, dann kommen am Ende mehr Verfahren raus. Und das ist kein Scheitern der Strategie, sondern, um es in den Worten eines früheren Bürgermeisters zu sagen: gut so. Und ein Beleg dafür, dass die neue harte Tour in Berlin erfolgreich war.
Diese Klientel, um die es geht, die versteht nur die Sprache, die sie selbst am liebsten spricht: Härte. Und der Staat muss klarmachen, dass er bei diesem Kräftemessen mehr aufzubieten hat als der Mob. Obendrein liegt das Gewaltmonopol bei ihm. Und genau dieses Gewaltmonopol des Staates hat die Berliner Polizei nach der Maßgabe des neuen konservativen Kurses eines Regierenden Bürgermeisters von der CDU gegenüber der laxen Linie der vorangegangenen Links-Links-Regierung durchgesetzt.
Kai Wegner hat zwar vorab Probleme gehabt, seinen Satz von der Repression grammatisch-syntaktisch unfallfrei über die Lippen zu bekommen. Aber inhaltlich und operativ hat ihm der Verlauf der Nacht komplett recht gegeben. Die Botschaft über Silvester hinaus: Es gibt endlich wieder Hoffnung für eine Hauptstadt, in der die Politik die Kontrolle über vormalige rechtsfreie Kieze zurückgewinnt.
