Auch Helene Fischer spielt eine Rolle
Shirin David rechnet mit ihrer eigenen Netflix-Doku ab
31.08.2026 – 09:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Doku sollte ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen sein. Doch Shirin David zieht fünf Monate nach der Veröffentlichung ein vernichtendes Fazit.
Mit der Netflix-Dokumentation „Barbara – Becoming Shirin David“ sollte ein besonders persönlicher Einblick in das Leben der Berliner Rapperin entstehen. Fünf Monate nach der Veröffentlichung hat Shirin David jetzt auf Instagram öffentlich Stellung bezogen.
Dort warf die Musikerin dem Streaminganbieter und dem Regisseur vor, ihre Geschichte verfälscht zu haben. Statt Erfolge und Ehrgeiz zu zeigen, sei eine „Leidensgeschichte einer angeblich völlig überforderten Frau“ konstruiert worden.
„An den Haaren herbeigezogen“
In einer Fragerunde auf Instagram am Samstag äußerte Shirin David, die Dokumentation sei „an den Haaren herbeigezogen“. In der Doku ist sie als sensible Person zu sehen, die unter dem Druck des Perfektionismus leidet. Dieses Bild entspreche nicht dem, was sie sich vorgestellt hatte. Sie habe „mehr Tiefe, mehr Herkunft und weniger Geheule erwartet“.
Ihre Kritik richtet sich dabei nicht allein gegen die eigene Produktion. Shirin David bemängelt grundsätzlich, wie erfolgreiche Frauen in der Öffentlichkeit dargestellt werden: Während Männer „für die Hälfte ihrer Leistung zelebriert“ würden, werde bei Frauen immer wieder nach Krisen und Überforderung gesucht.
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Zudem seien in der Doku keine Stimmen aus der Musikindustrie oder dem geschäftlichen Umfeld der Rapperin zu Wort gekommen. Anders sei das etwa in der Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl gewesen. Auch sollen Backstage-Aufnahmen von Shirin Davids Auftritt bei „Wetten, dass..?“ sowie von ihrem ersten Tour-Auftritt in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart fehlen.
Vom Produktionsteam selbst will sich die Musikerin nicht distanzieren. Das Team habe sie „sehr geliebt“, betonte sie. Die Verantwortung sieht Shirin David beim Regisseur und beim Netflix-Marketing, die letztlich über die erzählten Geschichten entschieden hätten.
Helene Fischer hat Doku zurückgezogen?
Für das Projekt hatte sie nach eigenen Angaben ihre Schnittrechte abgegeben, damit die Dokumentation als unabhängige journalistische Arbeit entstehen konnte. Den Versuch, die Doku zurückzukaufen, habe Netflix ihr verwehrt. Wie viel Honorar sie für den Dreh erhalten hat, ist nicht bekannt.
In diesem Zusammenhang verwies Shirin David auch auf ihre Kollegin Helene Fischer, über die ebenfalls eine Netflix-Dokumentation gedreht worden war, die jedoch nie ausgestrahlt wurde. Shirin David: „Helene hat nicht umsonst ihre Doku dort abgesagt, sie war klüger als ich und hatte noch nicht unterschrieben“. Netflix scheint die Kritik nicht ernst zu nehmen. Auf Anfrage der „Bild“ teilte eine Sprecherin mit: „Unsere Talent-Dokumentationen erzählen die Geschichten, die durch den Zugang entstehen, den uns Künstlerinnen und Künstler im Rahmen einer Produktion ermöglichen.“
