„Gnadenlos“

Mit 82 Jahren: Udo Jürgens‘ Bruder muss seine Wohnung räumen


24.06.2026 – 12:21 UhrLesedauer: 1 Min.

Manfred Bockelmann und Udo Jürgens: Die Brüder standen sich sehr nahe. (Quelle: IMAGO / Mauersberger)

München war Manfred Bockelmanns Zuhause. Doch nun zwingt ihn eine Kündigung zum Neustart.

Vier Jahrzehnte lang war eine Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing der Lebensmittelpunkt von Manfred Bockelmann. Hier arbeitete und lebte der Maler und Fotograf mit seiner Familie. Jetzt hat der 82-Jährige eine Eigenbedarfskündigung erhalten.

Bockelmann ist der Bruder von Schlager-Legende Udo Jürgens. Dem „Münchner Merkur“ beschrieb er seine derzeitige Situation: „Es ist gnadenlos, so aus der Wohnung zu müssen. Wir haben eine Eigenbedarfskündigung bekommen, nachdem wir 43 Jahre in der Wohnung waren. Wo wir sehr glücklich waren, wo unsere Tochter groß geworden ist.“

München habe für Bockelmann „eine große Bedeutung“. Hier hat auch seine Karriere angefangen. Der Künstler hatte seine Arbeiten anschließend in mehr als 100 Ausstellungen in Galerien auf Kunstmessen weltweit gezeigt. Doch jetzt ziehen er und seine Frau Maria zurück nach Kärnten in Österreich.

Auch seine Ehefrau äußerte sich zu dem bevorstehenden Abschied: „Wir hätten gerne wieder eine Wohnung in München, einfach um hier noch einen Platz zu haben.“ Der derzeitige Wohnungsmarkt macht das allerdings nahezu unmöglich.

Manfred Bockelmann und sein Bruder Udo Jürgen sind einst auf dem großbürgerlichen Gutshof ihrer Eltern, Schloss Ottmanach in Kärnten, aufgewachsen. Die Verbindung zwischen den beiden war eng. Udo Jürgens widmete ihm 1977 das Lied „Mein Bruder ist ein Maler“, das nach einer langen Nacht entstand, in der die Geschwister über Vergänglichkeit und den Tod philosophierten. Udo Jürgens setzte seinen Bruder später auch als Testamentsverwalter ein.

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