Machtkampf bei der Fifa

Sechs Verbände entziehen Infantino das Vertrauen

23.08.2026 – 14:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Gianni Infantino: Das Vertrauen in den Fifa-Präsidenten ist enorm beschädigt. (Quelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEK)

Sechs nordische Fußballverbände haben sich nach einem Treffen in Helsinki geschlossen gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino gestellt. Dabei stellen sie nicht nur Forderungen an den Weltverband.

Die sechs nordischen Fußballverbände aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den Färöern haben Fifa-Präsident Gianni Infantino das Vertrauen entzogen. Nach einem Treffen in Helsinki erklärten sie am Sonntag, sie seien „zutiefst besorgt über die Führung und die Entscheidungen auf höchster Ebene“ des Weltverbands. Damit reihen sie sich in eine wachsende Front gegen Infantino ein, der im März 2027 für eine vierte Amtszeit kandidieren will.

Unter Druck geraten ist Infantino vor allem durch seinen inzwischen verworfenen WM-Investorenplan. Zuletzt hatte ein internationales Fanbündnis seinen Sturz gefordert. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) verweigert ihm die Unterstützung, drängt auf seinen Rückzug und droht mit einem Boykott von Fifa-Turnieren. Auch die Kontinentalverbände aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika haben den Ton verschärft. Ein möglicher Gegenkandidat für die Wahl beim Kongress hat sich bislang nicht aus der Deckung gewagt. Einzelne nationale Verbände – insbesondere aus Asien – haben Infantino dennoch ihre Unterstützung zugesagt.

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Die nordischen Verbände stellten sich klar hinter die Uefa. Aus Helsinki hieß es: „Die nordischen Fußballverbände stehen fest an der Seite der UEFA und den von ihren Nationalverbänden gemeinsam vorgeschlagenen Maßnahmen. Wir erwarten von der Fifa verbindliche Zusicherungen, dass sie ihre Governance-Strukturen und Wettbewerbe niemals wieder für Privateigentum öffnet.“

Den Glauben an die Gremien und die ordnungsgemäßen Abläufe innerhalb der Fifa haben die Verbände ebenfalls verloren. „Wir fordern außerdem, dass die Fifa eine umfassende, unabhängige Prüfung einleitet, ob der Governance-Rahmen der Fifa die Unabhängigkeit, die Kontrollmechanismen, die Transparenz und die Rechenschaftspflicht gewährleistet, die mit der Verabschiedung des Reformprogramms im Jahr 2016 beabsichtigt waren.“ Prominenteste Kritikerin aus dem Norden ist die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness.

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