Tsunami-Warnung für mehrere Länder
Schweres Erdbeben lässt Gebäude auf den Philippinen kollabieren
Aktualisiert am 08.06.2026 – 05:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein starkes Erdbeben hat die philippinische Insel Mindanao erschüttert. Tsunamiwellen könnten die Küsten mehrerer Länder treffen.
Nach einem schweren Erdbeben vor der Küste der südphilippinischen Provinz Sarangani haben die Behörden eine Tsunami-Warnung für mehrere Küstengebiete auf der Insel Mindanao ausgegeben. Betroffen sind auch andere Länder im Pazifik – darunter Indonesien, Taiwan und Japan. Küstenbewohner wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben.
US-Geologen registrierten zahlreiche Nachbeben. Das Beben war auch in Indonesien deutlich zu spüren, speziell auf der Insel Sulawesi. Nach Einschätzung der US-Erdbebenwarte USGS könnten an einigen Küstenabschnitten Wellen von bis zu drei Metern Höhe auftreten. Die philippinischen Behörden erklärten jedoch, zunächst seien keine ungewöhnlich hohen Wellen beobachtet worden. Die Entwicklung werde weiter überwacht.
Erdbeben der Stärke 7,8
Das Erdbeben ereignete sich am Morgen um 7.37 Uhr (Ortszeit) und erreichte nach Angaben des örtlichen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) eine Stärke von 7,8. Die US-Erdbebenwarte hatte die Stärke zunächst auf 8,2 beziffert. Demnach fand das Beben in einer relativ geringen Tiefe von 63 Kilometern statt. Gebäude stürzten ein, Menschen liefen in Panik auf die Straßen, wie Videos und Bilder zeigen.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde teilte mit, Berichte über mögliche Todesopfer und Verletzte würden noch überprüft. Zudem gingen Meldungen über schwere Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen ein. Das Ausmaß der Schäden war aber zunächst unklar. Besonders stark waren die Erschütterungen in der Stadt General Santos City zu spüren. Dort wurde der Flughafen vorübergehend geschlossen.
Das Beben traf die Region am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.

Präsident gibt Mitteilung heraus
Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete am Morgen umgehend Hilfs- und Schutzmaßnahmen an und rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. „Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht“, erklärte Marcos in einer Mitteilung. Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
