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Unterhaltung

Schriftsteller und Illustrator mit 95 Jahren gestorben

wochentlich.deBy wochentlich.de4 November 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Erfinder der Tigerente

Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot


Aktualisiert am 04.11.2026 – 10:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Janosch: Tigerente, Bär und Tiger machten ihn berühmt, genauso wie Günter Kastenfrosch. (Quelle: Winfried Rothermel/IMAGO)

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Trauer um Janosch. Mit seinen Kindergeschichten prägte der Schriftsteller und Künstler Generationen. Nun ist er mit 95 Jahren gestorben.

Janosch ist tot. Der Schriftsteller und Illustrator, der bürgerlich Horst Eckert hieß, begeisterte mit liebevoll illustrierten Büchern wie „Oh, wie schön ist Panama“ seit den Siebzigerjahren Kinder in aller Welt. Am Dienstag ist er im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen. Janosch wurde zur Marke – vor allem dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr. Nach dem großen Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den Achtzigerjahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück.

Autor und Illustrator Janosch: Er war für illustrierte Kindergeschichten wie "Oh, wie schön ist Panama" bekannt.Vergrößern des Bildes
Autor und Illustrator Janosch: Er war für illustrierte Kindergeschichten wie „Oh, wie schön ist Panama“ bekannt. (Quelle: Angelika Warmuth/ dpa)

Janosch wurde 1931 im oberschlesischen Hindenburg, dem heutigen Zabrze in Polen, geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er nach Westdeutschland, absolvierte eine einjährige Bauschlosserlehre und arbeitete als Maschinenreiniger in der Textilindustrie. Später studierte er kurz an der Kunstakademie in München und begann, als Autor und Illustrator zu veröffentlichen.

Janoschs eigene Kindheit war geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Seine Kindergeschichten sind wie ein Gegenentwurf zu dieser schwierigen Zeit, die er lange selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte: Die Werke sind lustig, anarchisch frech und oft auch etwas wehmütig. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, mutig, verschmitzt und mit viel Herz.

Janoschs besondere Helden

„Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet“, schrieb „Zeit“-Redakteur Tillmann Prüfer im Nachwort zum Buch „Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!“. Es vereint Janoschs Kolumnen für das „Zeit-Magazin“, in denen sein Alter Ego Wondrak von 2013 bis 2019 das Zeitgeschehen kommentierte.

Zu seinen bekanntesten Werken gehört „Oh, wie schön ist Panama“, in dem sich der kleine Bär und der kleine Tiger auf die Suche nach dem Glück machen. Auch „Post für den Tiger“ und „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ zählen zu seinen beliebtesten Geschichten. Die Tigerente wurde zu einem seiner populärsten Bildmotive. Janosch schrieb und illustrierte außerdem zahlreiche weitere Kinderbücher und veröffentlichte Texte für Erwachsene.

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In Letzteren gibt Janosch Einblicke in seine harte Kindheit, etwa im Roman „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“. „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person“, sagte der Autor einmal der „Süddeutschen Zeitung“. Überdies verfasste er Theaterstücke und bebilderte die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.

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