Scholz im Hochwassergebiet angekommen
Aktualisiert am 31.12.2023 – 11:40 UhrLesedauer: 49 Min.
Ergiebige Niederschläge lassen die Flüsse in Deutschland bedrohlich ansteigen. Viele Regionen sind von Hochwasser betroffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Das Wichtigste im Überblick
Kaum Entwarnung in den Hochwassergebieten: Vor allem in Niedersachsen bleibt die Lage auch am Samstag angespannt. In Sachsen ist die Hochwassergefahr hingegen größtenteils gebannt. Doch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt weitere Regenfälle für Anfang kommender Woche voraus.
Lage in Celle entspannt sicht
11.38 Uhr: Die Hochwasser-Lage rund um Celle entspannt sich nach Angaben des Landkreises etwas. Der Pegelstand der Aller sei weiter gefallen, und die Wetterlage lasse darauf hoffen, dass keine größeren Niederschläge zu erwarten seien, teilt der Kreis mit. „Die Lage ist jedoch weiterhin dynamisch und wird ständig beobachtet“, sagte Landrat Axel Flader (CDU).
In Wathlingen, wo das Wasser einen Deich beschädigt hatte, waren den Angaben zufolge seit Samstagnachmittag rund 550 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Mit rund 16.000 Sandsäcken sorgten sie bis in die Nacht dafür, den Deich zu stabilisieren. Nach derzeitigem Stand sei die Lage in Wathlingen damit gesichert. Eine Notunterkunft in einem Schulzentrum für bis zu 300 Menschen wurde in den Stand-by-Modus versetzt, sie kann binnen einer Stunde wieder bereitgestellt werden.
Niedersachsen: Scheitelpunkt des Hochwassers vorerst erreicht
11.36 Uhr: Der Hochwasserscheitel ist in Niedersachsen vorerst erreicht. Vor allem an den Unterläufen von Flüssen gebe es aber weiterhin erhöhte Wasserstände, teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in seinem Lagebericht mit. Von einer Entspannung der Hochwasserlage könne noch nicht gesprochen werden. Unverändert war demnach an zahlreichen Pegeln die höchste Meldestufe überschritten – besonders an der Aller, Leine, Oker und Mittelweser.
In den kommenden zwei Tage gebe es keine hochwasserrelevanten Niederschläge, heißt es weiter. In den betroffenen Flussgebieten sowie den Zuflüssen rechnete der NLWKN mit gleichbleibenden oder sinkenden Pegelständen. Sollten sich aktuellen Vorhersagen bestätigen, werde es im neuen Jahr lokal allerdings erneut zu Anstiegen kommen.
An der Sösetalsperre sollte die Abgabe am Sonntag reduziert werden, um die nachfolgenden Flussgebiete zu entlasten. Die Reservoirs waren auch am Sonntag noch zum Großteil gefüllt, die Okertalsperre etwa zu 94 Prozent.
Lage im Südharz bleibt angespannt
11.35 Uhr: Nachdem der Landkreis Mansfeld-Südharz wegen des Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen hat, hat sich die Situation dort bisher kaum beruhigt. Die Lage sei trotz stagnierender Pegelstände angespannt, teilt der Kreis mit. Die bedrohten Ortschaften befinden sich am Fluss Helme an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt.
In der Nacht zum Sonntag hatten rund 130 Einsatzkräfte entlang des Flusses Helme einen stark durchnässten Deich mit Tausenden Sandsäcken gesichert. Die Deiche würden engmaschig kontrolliert, heißt es in der Mitteilung des Kreises.
Der Landkreis hatte den Katastrophenfall mit der langen Dauer der Abwehrmaßnahmen gegen die Hochwasserlage begründet. Obwohl aus der Talsperre Kelbra die Wasserabgabe aktuell nicht weiter erhöht werde, müsse bereits jetzt von erheblichen Schäden ausgegangen werden. Zudem müssten weiter konkrete Schutzmaßnahmen für die Sicherheit der Anwohner umgesetzt werden.
Deichdurchbruch an der Helme wird vertieft
11.31 Uhr: Als Reaktion auf die weiter angespannte Hochwasserlage an der Helme an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt soll ein Deichdurchbruch vertieft werden. Die Arbeiten würden im Tagesverlauf erfolgen, teilt das Landratsamt des Kyffhäuserkreises in Sondershausen mit. Dabei gehe es um die Vertiefung eines bereits in den vergangenen Tagen mehrfach vergrößerten Deichdurchbruchs in Thüringen, durch den ein Teil des Hochwassers der Helme auf landwirtschaftliche Flächen geleitet werde.
