Ausflug in Franken

Märchenhafter Tag in Schneewittchens Heimat


Aktualisiert am 06.05.2026 – 04:37 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Fußgängerzone der Kleinstadt in Unterfranken mit ihren Fachwerkhäusern (Archivbild): Hier soll das historische Vorbild von Schneewittchen gelebt haben. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Erich Teister/imago)

Fachwerkhaus an Fachwerkhaus: Diese Kleinstadt ist das perfekte Ausflugsziel. Noch dazu wird ihr die Nähe zu einem der bekanntesten Märchen des Landes nachgesagt.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ der Gebrüder Grimm kennen viele aus ihrer Kindheit. Weitaus weniger bekannt ist die Kleinstadt, aus der das historische Vorbild für Schneewittchen stammen soll: Lohr am Main wirbt mit dieser Geschichte.

Die Stadt im Landkreis Main-Spessart liegt rund 150 Kilometer von Nürnberg entfernt – zwischen Würzburg und Aschaffenburg. Nach Angaben der Stadt weist Lohr Parallelen zur Hauptfigur des Märchens auf. Der Apotheker und Historiker Karlheinz Bartels entdeckte demnach 1986, dass sich in der Erzählung mehrere Bezüge zu Lohr und seiner Stadtgeschichte finden.

Bartels kam nach intensiven Recherchen zu dem Schluss, dass das reale Vorbild für Schneewittchen, sofern es eines gab, aus Lohr stammen muss. Beweisen lässt sich das zwar nicht, doch ausschließen auch nicht. Immerhin lebten die Gebrüder Grimm, die das Märchen schufen, im hessischen Hanau – nur rund 50 Kilometer von Lohr entfernt.

Unabhängig davon, ob nun Lohr die Heimatstadt von Schneewittchen ist oder nicht, ist die Stadt einen Besuch wert. Schon wegen ihrer Altstadt mit den vielen historischen Fachwerkhäusern. In der feinen, aber kleinen Innenstadt ist ein Rundweg ausgeschildert. Wer diesem folgt, kann sich einen guten Überblick über das Zentrum verschaffen.

Nicht verpassen sollten Besucher das Alte Rathaus aus dem 17. Jahrhundert. In dem Gebäude mit dem auffallenden sechseckigen Turm finden heute Kulturveranstaltungen statt, zudem bildet es den Mittelpunkt der Altstadt und liegt direkt an der Fußgängerzone, die ein malerisches Ensemble aus Fachwerkhäusern umgibt.

Wenige Hundert Meter davon entfernt liegt das Fischerviertel. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Vorstadt, die komplett unter Denkmalschutz steht. Laut der Lohrer Stadtverwaltung findet man in ganz Unterfranken keine besser erhaltene mittelalterliche Vorstadt. Als besonders schön gelten die Fischergasse und die Muschelgasse mit uralten Pflastersteinen und schiefen, einander abstützenden Wohn- und Handwerkerhäuschen an der Seite.

Wer Lohr besucht, sollte zudem dem dortigen Schloss einen Besuch abstatten. Die Anlage, die auch Kurmainzer Schloss genannt wird, wurde 1340 erbaut. Schon für den Blick von Außen ist das Schloss mit seinen vier Türmen einen Besuch wert. Wer etwas Zeit hat, sollte direkt auch das Spessartmuseum besuchen, das seit 1972 in der Anlage untergebracht ist. Teil der Ausstellung ist auch eine Schneewittchen-Präsentation.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version