Von Eduard Wolter
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Die deutsche Seite erwischt einen glücklichen Start. In der zweiten Minute gelangt ein Einwurf von Raum über Pavlovic und Wirtz zu Sané, der ins linke untere Eck abschießt. Für die meisten Beobachter handelt es sich jedoch um ein illegales Tor, da Pavlović bei der Ballkontrolle sein Bein sehr hoch hebt und seinen Gegenspieler Pedro Vite am Kopf erwischt. Während Vite mit offensichtlichen Schmerzen am Boden liegt, lässt die Schiedsrichterin Tori Penso aus den USA das Tor stehen.
In der neunten Minute glich Ecuadors Nilson Angulo nach einem Ballverlust Deutschlands in der eigenen Hälfte aus. Ein 1:1-Ergebnis zur Pause spiegelt das Spiel angemessen wider.
Auswechslungen machen keinen Unterschied
Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhält Deutschland einen Elfmeter, der dann nach einem VAR-Check aufgehoben wird, weil Sané bei der Balleroberung ein Foul begangen hatte. Im zweiten Drittel drehen die Südamerikaner das Spiel komplett. WM-Debüts von Angelo Stiller, Malick Thiaw, Maximilian Beier und Pascal Groß sowie eine Umstellung auf eine 5-4-1-Formation bringen keine Besserung, ebenso wenig wie die von den Fans im Stadion lautstark geforderte Einführung von Undav.
In der 78. Minute schießt Ecuadors Plata den Ball nach einer Ecke und einem abgefälschten Kopfball ins Netz. Der deutsche Torhüter Manuel Neuer rühmt sich nicht, er versäumt es, entschlossen zu agieren und den Ball schnell und mit Überzeugung anzugreifen. Der Vorfall verleiht der Debatte um die Wahl des 40-Jährigen als Nummer eins neuen Schwung.
Deutschland bremst die Euphorie
Während die Ecuadorianer in emotionalen Szenen vor Zehntausenden Fans unter Tränen den Sieg feiern, tritt die deutsche Mannschaft der Euphorie voll auf die Bremse.
„Wir hatten einen tollen Start. Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, mit unserer Positionierung Harakiri zu spielen“, sagte Nagelsmann gegenüber Magena-TV. „Wenn wir so früh in Führung gehen, müssen wir die Sache durchziehen“, sagte der Bundestrainer weiter.
Auf die Frage von Moderator Kerne, ob der Mannschaft das letzte Quäntchen Engagement gefehlt habe, reagierte Nagelsmann gereizt: „Bitte hör auf mit diesem Blödsinn, ganz ehrlich. Warum sollten die Jungs nicht Vollgas geben wollen?“
Joshua Kimmich bekräftigte diese Einschätzung in der ARD: „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, aber gemessen an der zweiten Halbzeit war es eine verdiente Niederlage. Es ist noch nichts verloren, aber wir können uns keine weiteren Niederlagen erlauben.“
