Der Sänger erregt regelmäßig mit Eskapaden Aufsehen, doch Nino de Angelo sehnt sich nach einem ruhigeren Leben. Was er ändern will, erzählt er im Interview.
Anfang der Achtzigerjahre feierte er mit dem Titel „Jenseits von Eden“ seinen Durchbruch. Seitdem zählt Nino de Angelo zu den größten Stars der Schlagerbranche. Doch der Sänger machte nicht nur mit seiner Musik von sich hören. Drogensucht, Alkoholeskapaden, Insolvenzverfahren – Nino de Angelo ist bekannt für sein exzessives Leben.
Erst im Januar wurde er vom Amtsgericht Kempten wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens zu einem Jahr Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt.
„Das war einfach ein ganz schlimmer Tag, und es tut mir auch leid“, gibt Nino de Angelo im Interview mit t-online zu. Zudem spricht der 62-Jährige über seine Schulden und einen geplanten Neuanfang.
t-online: Wie kam es zu der Fahrerflucht-Situation?
Nino de Angelo: Genau in dieser Zeit hatte ich meine Psychopharmaka abgesetzt. Ich nehme sie seit zwölf Jahren, aber sie haben mir irgendwann einfach nicht mehr geholfen. Eigentlich sollte man solche Medikamente ohnehin nicht so lange nehmen. Als ich sie dann abgesetzt habe, kamen die Panikattacken zurück.
Sie trinken auch wieder Alkohol.
Dank einer Hypnose war ich sechs Monate abstinent. Dann wurde mir langweilig. Man kann ja nirgendwo hingehen, wenn alle trinken. Nach drei Stunden versteht man sowieso keinen mehr. Aber ich habe eine wundervolle Frau, die immer auf mich aufpasst. Sie ist mein Schutzengel.
Wie hat Simone Ihnen geholfen?
Wir sind seit acht Jahren zusammen. Sie ist einfach eine großartige Frau. Mit ihr kann man Pferde stehlen. Ich habe selten einen Menschen kennengelernt, der so hinter mir steht. Ohne sie hätte ich mein Comeback niemals geschafft. Sie hat mir in einer sehr schweren Zeit wieder auf die Beine geholfen. Damals hatte ich niemanden, der das sonst getan hätte. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar.
Ihr neues Album „Vivi la Vita“ ist auf Italienisch. In den Songs geht es oft um Liebe, Drama und Verlassenwerden. Sind Sie als Italiener auch so dramatisch in der Liebe?
Auf jeden Fall. Wenn ich liebe, dann liebe ich mit ganzem Herzen. Dann gebe ich mein letztes Hemd. Und wenn ich enttäuscht werde, ist es umgekehrt – dann gibt es viel Drama.
Sie hegen schon länger den Wunsch, mit Simone nach Italien auszuwandern. Wie konkret sind die Pläne?
