Nach 20 Jahren
Schlagerstar Freddy Quinn kehrt zurück ins Rampenlicht
Aktualisiert am 12.10.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit 2006 lehnt Schlagerstar Freddy Quinn jeden Auftritt ab – kein Angebot konnte ihn umstimmen. Nun brachte ein Zirkusbesuch den 95-Jährigen zum Umdenken.
Mit Hits wie „Brennend heißer Wüstensand“ gehörte Freddy Quinn jahrzehntelang zu den bekanntesten Schlagerstars Deutschlands. Im Jahr 2006 zog er dann jedoch einen Schlussstrich. Kein Auftritt mehr, kein Publikum, kein Rampenlicht. Das hat sich jetzt geändert.
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, kehrt der 95-Jährige zurück – nicht wegen eines Geldangebots, sondern wegen eines kleinen Zirkus in Schleswig-Holstein. Seine Ehefrau Rosi hatte Quinn den Besuch beim Zirkus Traber in Henstedt-Ulzburg zum Geburtstag geschenkt. Dort saßen allerdings nur sieben Zuschauer im Publikum. Quinn zeigt sich bewegt: „Da blutet einem doch das Herz. Der Zirkus ist das Schönste, was es für mich gibt.“ Dort leiste man „ehrliche Arbeit“, für ihn sei das die „Königsdisziplin“.
Schlagerstar Freddy Quinn machte Zirkusfamilie ein Angebot
Nach der Vorstellung ging Quinn deshalb auf die Zirkusfamilie zu und machte ein Angebot: „Wenn es Ihnen hilft, die Bude vollzumachen, komme ich gern wieder. Schreiben Sie das gern auf die Plakate.“ Die Familie kennt Quinn seit Jahrzehnten. Dort hatte Quinn auch selbst das Seillaufen trainiert.
Ab Mittwoch gastiert der Zirkus Traber in Leezen im Kreis Segeberg. Am Samstag wird Freddy Quinn dort als Ehrengast erwartet. Kunststücke sind nicht geplant – doch wird Quinn eine Zirkusnummer ansagen? „Das kann ich mir durchaus vorstellen“, sagt Quinn. Die Trabers haben bereits Plakate mit seinem Namen gestaltet, die in den kommenden Tagen aufgehängt werden sollen.
Juniorchefin Denise Traber beschreibt, wie schwierig das laufende Jahr für den Familienbetrieb gewesen sei. Der Eintritt koste zwischen 16 und 24 Euro, selten kämen mehr als zehn Besucher. Beim letzten Gastspiel hätten vier Vorstellungen mangels Publikum ausfallen müssen. Alle 16 Mitglieder des Zirkus gehörten zur Familie, drei der vier Kinder von Denise Traber stünden bereits selbst in der Manege. Das vierte sei erst ein Jahr alt.
Traber sagt: „Wir machen das in der 11., bald 12. Generation. Mit ganz viel Liebe und Leidenschaft. Ich hoffe darauf, dass Zirkus mal wieder als ‚angesagt‘ gilt.“ Und weiter: „Wenn so ein Star wie Freddy Quinn den Zirkus noch mag, dann merken vielleicht auch andere, dass irgendwo in ihnen noch ein Kind steckt.“