Ihre Art ist stark gefährdet
Schimpansen-Dame Brigitte zieht nach Hellabrunn
Aktualisiert am 17.08.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Münchner Tierpark hat bereits Ende 2024 einen Schimpansen aus Tschechien aufgenommen. Jetzt folgt ein weiteres Tier – mit einem ganz besonderen Auftrag.
Das Schimpansen-Weibchen Brigitte ist in den Tierpark Hellabrunn eingezogen. Die 44-jährige Schimpansin kam auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) aus dem Zoo Pilsen nach München, wie der Tierpark Hellabrunn mitteilt. Sie soll künftig zur Zucht der zentralafrikanischen Schimpansen beitragen.
Brigitte befindet sich derzeit in der Kennenlernphase mit der bestehenden Hellabrunner Gruppe. Diese läuft noch hinter den Kulissen ab, damit sich das Tier auch an sein neues Pflegeteam gewöhnen kann. Bereits im Vorfeld tauschten sich die Tierpfleger aus München und Pilsen aus und statteten sich gegenseitig Besuche ab, um die Eingewöhnung vorzubereiten.
Schimpansen: Tierpark hofft auf Nachwuchs
Schimpansen leben in sozialen Gruppen mit festen Rangordnungen. Dazu gehören auch lautstarke Auseinandersetzungen und körperliche Interaktionen. Die Zusammenführung mit der Gruppe erfolgt deshalb schrittweise und wird von den Pflegern eng begleitet.
Brigitte ist eine erfahrene Mutter. Mit ihr soll die Gruppe der zentralafrikanischen Schimpansen im Tierpark wachsen. Auch Jambo, der Ende 2024 aus Pilsen nach München kam, gehört dieser Unterart an. Mit dem Weibchen Zenta und dem gemeinsamen Jungtier Ayana hatte die Erweiterung dieser Gruppe bereits begonnen. Zur Hellabrunner Schimpansengruppe zählen außerdem die Weibchen Sophie und Annemarie sowie die Männchen Willi und Walter.
Die Hellabrunner Schimpansengruppe besteht in ihrer heutigen Form seit 2003. Tierparkdirektor Rasem Baban erklärte: „Perspektivisch möchten wir uns bei der Haltung der Schimpansen auf die zentralafrikanische Unterart konzentrieren und damit das EEP bei der Erweiterung dieser Population in zoologischen Gärten unterstützen.“
Zentralafrikanische Schimpansen sind stark gefährdet
In europäischen Zoos leben derzeit nur 43 Individuen dieser Unterart. In freier Wildbahn sind zentralafrikanische Schimpansen in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Gabun und Kamerun stark gefährdet. Laut dem Jane-Goodall-Institut hat sich ihr Bestand seit den 1950er-Jahren von rund 1,5 Millionen auf etwa 300.000 Tiere verringert. Als Ursachen gelten der Verlust von Lebensraum durch Abholzung, Wilderei, die Jagd auf Schimpansen als Fleischlieferanten sowie der Klimawandel.
Wann Brigitte erstmals für Besucherinnen und Besucher zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. Der Tierpark will darüber rechtzeitig informieren.
