Gänzlich auf Jod in der Ernährung zu verzichten oder sich sehr jodarm zu ernähren, ist aber nicht nötig. Jodsalz oder Milchprodukte und auch gelegentlicher Fisch sind normalerweise kein Problem. Auf Nahrungsergänzungsmittel mit Jod und den regelmäßigen Verzehr von Algenprodukten oder sehr jodreichem Seefisch sollten Betroffene jedoch besser verzichten.

„Verbotene Lebensmittel“ bei Schilddrüsenunterfunktion

In manchen Ratgebern ist zu lesen, dass bestimmte Lebensmittel bei Schilddrüsenunterfunktion verboten sind. Meist sind damit Lebensmittel gemeint, die sogenannte goitrogene (auch: strumigene) Stoffe enthalten. Diese können auf Dauer die Jodverwertung im Körper stören und dadurch einen Kropf (Fachausdruck: Struma) begünstigen.

Goitrogene Stoffe finden sich vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln. Zu diesen zählen insbesondere Soja und Sojaprodukte (wie Tofu oder Sojamilch), aber auch Kohlsorten wie Weißkohl, Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl.

In sehr großen Mengen können goitrogene Stoffe die Jodverwertung beeinflussen. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung stellen sie für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion jedoch kein relevantes Problem dar. Kohlgemüse oder Sojaprodukte müssen deshalb nicht grundsätzlich gemieden werden. Durch Erhitzen lässt sich die goitrogene Wirkung zudem teilweise verringern.

Manche Lebensmittel können die Aufnahme von L-Thyroxin stören

Wer wegen einer Schilddrüsenunterfunktion täglich L-Thyroxin einnimmt, sollte auf den Zeitpunkt der Einnahme achten. Denn Nahrung kann die Aufnahme des Wirkstoffs im Darm verringern. Das gilt unter anderem für kalziumreiche Lebensmittel, Sojaprodukte, Kaffee und eine sehr ballaststoffreiche Ernährung.

Auf diese Lebensmittel müssen Betroffene dennoch nicht verzichten. Entscheidend ist vielmehr, dass sie nicht gleichzeitig mit der Schilddrüsentablette verzehrt werden. Besonders wichtig ist ein ausreichender zeitlicher Abstand zu Eisen- und Kalziumpräparaten. Hier werden in der Regel mindestens vier Stunden empfohlen.

Am besten wird L-Thyroxin morgens auf nüchternen Magen mit einem Glas Leitungswasser oder stillem Wasser eingenommen. Fachleute empfehlen für gewöhnlich, die Schilddrüsenmedikamente immer mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück einzunehmen.

Alternativ kann L-Thyroxin abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, sofern seit der letzten Mahlzeit mehrere Stunden vergangen sind. Wichtig ist vor allem, das Medikament möglichst jeden Tag unter vergleichbaren Bedingungen einzunehmen. So lässt sich vermeiden, dass sich die Aufnahme des Wirkstoffs von Tag zu Tag stark unterscheidet.

Auch einige Medikamente können die Aufnahme von L-Thyroxin beeinflussen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Magensäurehemmer (wie die Wirkstoffe Omeprazol und Pantoprazol). Bei regelmäßiger Einnahme sollten Betroffene die richtige Kombination mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise in der Apotheke klären.

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