Schauspielerin erlebte „sadistische Gewalt“
Sibel Kekilli: „Ich hatte immer Angst um mein Leben“
19.06.2026 – 18:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Heute ist Sibel Kekilli eine erfolgreiche Schauspielerin. Ihre Kindheit und Jugend waren allerdings geprägt von psychischer und physischer Gewalt.
Sibel Kekilli war unter anderem im Flim „Gegen die Wand“ und der Serie „Game of Thrones“ zu sehen. Bis 2017 spielte sie außerdem im Kieler „Tatort“ mit. In einem neuen „Zeit“-Interview zeigte sich Kekilli nun von ihrer persönlichen Seite. Dort thematisierte die türkischstämmige Schauspielerin ihre Kindheit und Jugend.
„Ich hatte immer Angst um mein Leben. Es gab psychische Gewalt und physische Gewalt“, so Kekilli. Dabei sprach sie nicht etwa von gelegentlichen Ohrfeigen. „Sadistische Gewalt, würde man sagen, Gift. In mich wurde viel Gift geschüttet“, erklärte sie.
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Das sei Teil der Erziehung gewesen. Sie habe geschwiegen und sogar Angehörige geschützt. „Und egal, was ich gesagt hätte, es wäre sowieso umgedreht worden: Man hätte mich als Lügnerin bezeichnet“, ist sie überzeugt. Zudem sei Scham ein zentrales Thema gewesen. „Opfer zu sein, hat was Beschämendes, es ist eine Schande, weil man als schwach abgestempelt wird. Und natürlich hatte ich Angst“, erklärte Kekilli. Die wenigen Male, in denen sie doch geredet habe, seien ohne Erfolg geblieben. Ihre Erzählungen seien außerhalb der Vorstellungen der Menschen gewesen. Sie meint: „Die Leute wollen angelogen werden. Es ist ihnen zu viel.“
Christian Wulff wollte zwischen Kekilli und ihren Eltern vermitteln
Inzwischen hat sie kaum noch Kontakt zu ihrer Familie. „Ich nehme überwiegend aus der Ferne Anteil. Das ist für mich gesünder“, sagte Kekilli. Einst hatte sogar Christian Wulff einen Versuch unternommen, zwischen ihr und ihren Eltern zu vermitteln. „Wulff hat sich, als er nicht mehr Bundespräsident war, mir zuliebe mit ihnen getroffen. Allein, ohne Bodyguard, im Schwabenländle. Das rechne ich ihm hoch an“, erzählte Kekilli darüber. In der deutschtürkischen Gemeinschaft sei er sehr angesehen.
Das Ergebnis des Gesprächs war jedoch ernüchternd. „Wulff meinte, er habe meinem Vater das Versprechen abgenommen, dass wir uns – mit ihm als Schutz sozusagen – mal auf neutralem Gebiet aussprechen. Das, was ich rausgehört habe, war tatsächlich, dass mein Vater keine Verantwortung oder Schuld bei sich gesehen hat“, erinnerte sie sich.
