Zu wenig Sex-Appeal als Schwangere?
Schauspielerin Caro Cult verklagt Produktionsfirma nach Kündigung
Aktualisiert am 23.07.2026 – 13:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Schauspielerin hatte die Rolle bereits sicher. Doch acht Tage vor Drehbeginn wurde sie neu besetzt. Der Fall ist vor Gericht gelandet.
Caro Cult, bekannt aus der ARD-Serie „Babylon Berlin“, war für eine Hauptrolle in der ARD-Produktion „Schattenseite“ gecastet worden und bereitete sich auf den Dreh vor. Dann teilte sie der Produktionsfirma Dreamtool Entertainment mit, dass sie schwanger sei – und acht Tage vor Drehbeginn wurde die Rolle neu besetzt, berichtet der „Spiegel“.
Der Streit zwischen Caro Cult und Dreamtool Entertainment hatte sich bereits 2024 zugetragen und landete schließlich vor dem Arbeitsgericht Berlin. Die Produktion begründete die Entscheidung mit praktischen Hürden: Mutterschutzregelungen, geplante Nachtdrehs im Winter, Versicherungsfragen und organisatorische Abläufe hätten eine Besetzung mit einer schwangeren Schauspielerin unmöglich gemacht.
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Cult selbst ließ diese Erklärung nicht gelten. Die Schwangerschaft hätte sich kaschieren lassen, argumentierte sie. Beim Film werde ständig getrickst, notfalls hätte man mit einem Body-Double arbeiten können. Zur Handlung von „Schattenseite“ gehörten mehrere Sexszenen.
Hinzu kam eine Aussage, die die Produktionsfirma später selbst als unangebracht einräumte: Eine Mitarbeiterin soll der Agentin der Schauspielerin erklärt haben, Cult habe als Schwangere „nicht mehr den notwendigen Sex-Appeal“ für die Rolle. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei diese Aussage jedoch nicht gewesen, betonte das Unternehmen.
Zu einem Urteil kam es bei dem Fall nicht. Im außergerichtlichen Vergleich einigte man sich darauf, dass Dreamtool Entertainment der Schauspielerin die Hälfte ihrer ursprünglich vereinbarten Gage als Entschädigung zahlt. Für Cult stand nach eigenen Angaben aber nie das Geld im Vordergrund. Sie wolle ein Zeichen gegen die Benachteiligung schwangerer Frauen in der Filmbranche setzen.
„Unsere Branche ist nicht gleichberechtigt“
Auf Instagram meldete sich die 32-Jährige mit deutlichen Worten zu dem Fall: „Es kann doch nicht sein, dass wir Mütter alle so tun, als würden wir keine Kinder bekommen – aus Angst, dass uns unsere Jobs weggenommen werden!“
