„Verbring mal einen halben Tag mit uns“

Schauspieler André Dietz wettert gegen Friedrich Merz


21.05.2026 – 11:52 UhrLesedauer: 2 Min.

André Dietz: Der Schauspieler war viele Jahre Teil der RTL-Serie „Alles was zählt“. (Quelle: dpa)

Eine Aussage von Friedrich Merz sorgt bei André Dietz für scharfe Kritik. Der Schauspieler wirft der Politik vor, die Realität vieler Familien aus dem Blick zu verlieren.

André Dietz meldet sich mit deutlichen Worten zur aktuellen Debatte über Pflege und Inklusion zu Wort. Der Schauspieler hat in einem Instagram-Video geschildert, wie politische Vorschläge Familien mit behinderten Kindern im Alltag treffen können. Er richtete sich dabei direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Dietz lud den CDU-Politiker ein, einige Stunden mit seiner Familie zu verbringen, um den Alltag pflegender Angehöriger kennenzulernen. „Friedrich, komm doch mal vorbei. Verbring doch einfach mal einen halben Tag mit uns. Ach Quatsch, verbring mal vier Stunden mit uns und erzähl mir das nochmal.“

Bundeskanzler Friedrich Merz eckt mit Aussagen zur Betreuung von Menschen mit Behinderung an. (Quelle: Henning Kaiser)

Auslöser für seine Kritik war eine Aussage von Merz zur Betreuung von Menschen mit Behinderung. Dietz erklärte in seinem Video dazu: „Friedrich Merz hat ja allen Ernstes gefragt, ob nicht vielleicht eine Person mehrere Leute mit Behinderung betreuen könnte. Oh Mann, das ist wirklich ’ne richtig, richtig clevere Idee!“

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Dietz kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Seine 13-jährige Tochter Mari lebt mit dem Angelman-Syndrom, einem seltenen Gendefekt. Sie ist dauerhaft auf Unterstützung und Pflege angewiesen.

„Man verlagert die Last“

Besonders deutlich wurde der Vierfachvater beim Thema möglicher Kürzungen. „Wenn man bei Pflege und Inklusion die Gelder kürzt, dann spart man nichts. Man verlagert einfach die Last zurück in die Familien, auf die Schultern von Menschen mit Behinderung, auf die Schultern der Eltern, Großeltern, Onkel, Tante und ganz konkret auch auf die Schultern der Geschwister.“

Auch seine anderen Kinder seien betroffen. „Und das macht mich dann noch mal extra sauer, weil damit auch meine anderen drei Kinder mitbetroffen sind, die das eigentlich echt nicht verdient haben, so einen Druck zu spüren, der nicht sein müsste.“

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