Kaum ein Jahr alt

Neue Millionen-Seebrücke an der Ostsee hat schon Baumangel

13.07.2026 – 10:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Besucher auf der Seebrücke in Scharbeutz: Der festgestellte Riss ist laut Gemeinde von außen nicht sichtbar. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)

Die 310 Meter lange Seebrücke in Scharbeutz ist ein beliebtes Ziel für Hamburger an der Lübecker Bucht. Nun muss die Gemeinde klären, wie es mit dem Bau weitergeht.

Der Weg ans Meer führt viele Menschen aus Hamburg nach Scharbeutz. Seit dem 1. Mai 2025 ist dort die neue Seebrücke geöffnet: 310 Meter lang, rund 19 Millionen Euro teuer und als eine von drei neuen maritimen Flaniermeilen an der Lübecker Bucht geplant.

Doch der noch junge Bau hat bereits einen Mangel. Wie „shz.de“ berichtet, wurde während der weiterhin laufenden Bauarbeiten ein Riss in einem Betonbauteil festgestellt. Für Besucher sei die Beschädigung nicht sichtbar.

Nach den bisherigen fachlichen Bewertungen habe der Riss keine Auswirkungen auf die Stand- oder Verkehrssicherheit der Seebrücke. „Es ist nichts Dramatisches passiert. Die Seebrücke ist und war zu jedem Zeitpunkt sicher“, sagte Scharbeutz’ Bürgermeisterin Bettina Schäfer laut „shz.de“.

Schon vor der Eröffnung gab es Verzögerungen

Bereits die Bauphase verlief nicht nach Plan. Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten, sollte die Seebrücke ursprünglich bis zum 31. Mai 2024 fertiggestellt sein. Eröffnet wurde sie erst knapp ein Jahr später, obwohl damals noch Restarbeiten ausstanden.

Auch die Kosten stiegen deutlich. 2018 kalkulierte die Gemeinde nach Angaben der „Lübecker Nachrichten“ noch mit fünf Millionen Euro. Am Ende kostete die Seebrücke knapp 19 Millionen Euro. 90 Prozent der Summe kamen demnach als Fördermittel vom Land, den Rest zahlte die Gemeinde.

Wer trägt die Kosten für die Sanierung?

Nun erarbeitet das ausführende Unternehmen laut „shz.de“ gemeinsam mit den Fachplanern ein Sanierungskonzept. Anschließend will die Gemeinde entscheiden, ob sie einer Reparatur zustimmt oder den Austausch des betroffenen Bauteils verlangt.

Bei einer Sanierung sollen auch mögliche Schadensersatzregelungen und eine Verlängerung der Gewährleistungsfristen berücksichtigt werden. Wie hoch die Kosten für die Behebung des Mangels ausfallen, ist bislang unklar.

Schäfer erklärte „shz.de“, solche Feststellungen seien bei komplexen Bauvorhaben grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Entscheidend sei, dass sie bei den Qualitätskontrollen erkannt, fachlich bewertet und ordnungsgemäß behoben werden.

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