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Satelliten bedrohen Weltraumteleskope: 96 Prozent Aufnahmen gestört

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Dezember 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Satelliten bedrohen Weltraumteleskope: 96 Prozent Aufnahmen gestört
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Gefahr für Weltraumteleskope

Satelliten könnten Bilder vom All unbrauchbar machen


15.12.2025 – 09:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

M13 Hercules Cluster (Symbolbild): Bereits seit Längerem stellen Satelliten ein großes Problem dar. (Quelle: IMAGO/Christian Zappel/imago)

Forscher warnen: Die wachsende Zahl an Kommunikationssatelliten gefährdet astronomische Beobachtungen im Weltraum. Besonders betroffen sind künftige Missionen.

Astronomen warnen ausdrücklich vor der schnell wachsenden Zahl an Satelliten im erdnahen Orbit. Diese bedrohen nicht nur die Beobachtungen von der Erde aus, sondern auch die von Weltraumteleskopen. Neue Modellrechnungen zeigen, dass bei einer Umsetzung aller geplanten Satellitenkonstellationen bis zu 96 Prozent der Aufnahmen zukünftiger Teleskope im All durch Lichtspuren gestört wären.

Die Warnung stammt aus einer Studie der drei Nasa-Wissenschaftler Alejandro S. Borlaff, Pamela, M. Marcum und Steve B. Howell und wurde im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht. Die Forscher untersuchten, wie sich der Ausbau der sogenannten Megakonstellationen auf vier Weltraumteleskope auswirken würde – darunter das Hubble-Teleskop sowie die geplanten Missionen Spherex, Arrakihs und Xuntian.

Das Ergebnis: Schon heute sind erste Folgen sichtbar: Zwischen 2018 und 2021 zeigten 4,3 Prozent der Hubble-Aufnahmen Lichtspuren durch vorbeiziehende Satelliten. Laut der neuen Berechnungen dürfte dieser Anteil bald auf rund 40 Prozent steigen. Besonders kritisch sind die Auswirkungen auf neue Teleskope wie SPHEREx oder Xuntian. Bei einer Satellitenzahl von 560.000 – eine realistische Prognose für die nächsten Jahre – wären über 96 Prozent ihrer Aufnahmen betroffen.

Satelliten hinterlassen bei astronomischen Belichtungen helle Streifen, die Aufnahmen teilweise unbrauchbar machen. Selbst neue Maßnahmen wie dunklere Beschichtungen oder geänderte Fluglagen der Satelliten konnten die Helligkeit bisher kaum senken. Besonders problematisch: Auch Raumteleskope sind empfindlich gegenüber solchen Störungen, da sie sich im selben Höhenbereich wie viele Satelliten befinden.

Auch Benjamin Winkel vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn weiß um die Tragweite der Störung: „Die Erklärung ist als eine Art Weckruf zu verstehen. Wenn nicht gehandelt wird, könnte es nämlich tatsächlich dazu führen, dass die astronomischen Messungen erschwert werden“, erklärt er im Gespräch mit t-online.

Die Autoren der Studie fordern dringend neue Standards für Satellitenbetreiber, darunter transparente Bahndaten und lichtärmere Designs. Auch Beobachtungsstrategien müssten angepasst werden. Langfristig könne nur eine Begrenzung der Satellitenanzahl in bestimmten Höhenbereichen die wissenschaftliche Arbeit im All sichern.

Doch noch fehlen verbindliche Regeln. Und das Fenster für wirksame Maßnahmen schließt sich schnell.

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