Lukas Podolski übernimmt von Voronin

2004 änderte sich die Bedeutung der Nummer erneut. Nach Voronins Wechsel zu Bayer Leverkusen übernahm ein junger Angreifer das Trikot: Lukas Podolski. Was folgte, war eine besondere Symbiose zwischen Spieler, Rückennummer und Verein. Podolski wurde in Köln zum Publikumsliebling und später zur Identifikationsfigur. Selbst sein Wechsel zum FC Bayern München im Jahr 2006 änderte daran wenig.

In Podolskis Abwesenheit übernahm Thomas Broich die Nummer zehn. Der als „Mozart“ bekannte Mittelfeldspieler konnte die großen Erwartungen allerdings nur teilweise erfüllen. Als Podolski nach Köln zurückkehrte, kehrte auch die Zehn zu ihrem bisherigen Besitzer zurück.

2012 endete die zweite Kölner Amtszeit Podolskis. Sein Wechsel zum FC Arsenal brachte dem finanziell angeschlagenen Verein eine Ablösesumme von rund 15 Millionen Euro ein. Die Einnahmen waren für den FC wirtschaftlich von erheblicher Bedeutung.

Der Streit um die Rückennummer

Nach Podolskis Abschied wurde die Zehn plötzlich zum Politikum. Der damalige FC-Präsident Werner Spinner hatte angekündigt, die Nummer während Podolskis aktiver Karriere nicht erneut zu vergeben. Diese Entscheidung stieß beim damaligen Geschäftsführer Jörg Schmadtke auf wenig Begeisterung.

Für die Saison 2014/15 sollte schließlich Patrick Helmes die Nummer tragen. Der ehemalige Nationalspieler war nach Stationen bei Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg nach Köln zurückgekehrt. Doch aus der geplanten Rückkehr des Zehners wurde nichts. Helmes musste seine Karriere aufgrund von Hüftarthrose beenden. Er trug die Nummer lediglich in einem Testspiel, ein Pflichtspieleinsatz mit der Zehn blieb ihm verwehrt.

El Mala übernimmt das Erbe

Die Episode belastete zunächst auch das Verhältnis zwischen dem Verein und Podolski. Erst mit der Zeit entspannte sich die Situation wieder. Nun hat der 1. FC Köln 14 Jahre nach Poldis Abschied einen würdigen Nachfolger für die traditionsreiche Nummer gefunden. Said El Mala trägt seit Beginn der Saison 2026/27 die Zehn und soll damit eine neue Generation anführen.

Bemerkenswert war bereits die Art und Weise, wie der Verein die Übergabe der Zahl gestaltete. Bei der Vertragsverlängerung des Offensivspielers im Sommer 2026 wurde Lukas Podolski einbezogen. Der ehemalige FC-Star gab am Telefon seinen symbolischen Segen – statt eines erneuten Streits wurde daraus eine Thronfolge. Damit ist die Geschichte der Kölner Nummer zehn um ein weiteres Kapitel reicher.

Beim Bundesliga-Auftakt gegen die TSG Hoffenheim (3:2) lief El Mala erstmals in der Bundesliga mit der legendären Rückennummer auf und traf prompt. Die Erwartungen sind groß. Denn in Köln trägt die Zehn nicht nur einen Namen auf dem Rücken – sie trägt ein Stück Vereinsgeschichte. Ob El Mala eines Tages in einem Atemzug mit Overath, Littbarski und Podolski genannt wird, muss sich erst zeigen. Die Geschichte der Kölner Zehn aber geht weiter.

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