Lufthansa sind „Vergewaltiger“
Ryanair-Chef vergreift sich extrem im Ton
13.09.2026 – 09:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Billigfluggesellschaft Ryanair kommt nicht aus den Schlagzeilen. Schuld daran ist ihr wortgewaltiger Chef Michael O’Leary. Jetzt provozierte er erneut.
Michael O’Leary, Chef der irischen Fluggesellschaft Ryanair, ist bekannt für seine extrem provokanten Sprüche. In Deutschland machte er sich in der Vergangenheit zum Beispiel mit diesem Satz unbeliebt: „Die Deutschen würden nackt über Glasscherben kriechen, um günstige Flugpreise zu bekommen.“ Jetzt ist O’Leary erneut mit einer äußerst unpassenden Aussage aufgefallen.
Im Gespräch mit Journalisten bezeichnete der Ryanair-Chef konkurrierende Fluggesellschaften wie Lufthansa oder British Airways als „Vergewaltiger mit überteuerten Flugpreisen“. Manche Menschen seien „verzweifelt darauf aus, die Billigflüge von Ryanair zu ergattern, weil sie es sich nicht leisten können, mit den überteuerten Vergewaltigern durch Europa zu fliegen“, sagte O’Leary laut einem Bericht der britischen BBC.
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„Eindeutig unangemessen“
Der Spruch machte in den Medien schnell die Runde und rief den irischen Vizepremier Simon Harris auf den Plan. Er bezeichnete O’Learys Äußerung als „eindeutig unangemessen“. Der Ryanair-Chef hätte Schritte unternehmen müssen, „um dies zu korrigieren“, sagte Harris. Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander kritisierte O’Leary mit den Worten, Vergewaltigungsopfer würden wohl „nicht gerade Schlange stehen, um Tickets bei ihm zu buchen, seien wir ehrlich“.
Trotz scharfer Kritik von allen Seiten will der 65 Jahre alte O’Leary nichts zurücknehmen. Auch eine Entschuldigung bei einem Krisenzentrum für Vergewaltigungsopfer lehnte er jetzt ab, berichtet die BBC.
„Ich werde sie gerne regelmäßig verärgern“
O’Leary hatte die umstrittene Äußerung am Donnerstag vor der jährlichen Aktionärsversammlung von Ryanair gemacht. Als ihn ein Reporter der Nachrichtenagentur Press Association fragte, ob er seine Wortwahl für angemessen halte, antwortete der Airline-Chef: „Absolut.“
O’Leary legte sogar noch einmal nach. „Ich meine die hohen Preise von British Airways, Lufthansa und allen anderen Fluggesellschaften. Ich werde diese Unternehmen gerne regelmäßig ärgern“, sagte er. Auf die Frage, ob seine Äußerungen Opfer sexueller Gewalt beleidigen könnten, erklärte O’Leary lediglich, Vergewaltigung sei „ein schreckliches Verbrechen“.
O’Leary ist für seine provokanten Aussagen bekannt. Hier die kontroversesten der letzten Jahre:
- „Die Deutschen würden nackt über Glasscherben kriechen, um günstige Flugpreise zu bekommen.“
- „Die Franzosen haben nie einen großen Philosophen hervorgebracht. Großartigen Wein vielleicht, aber keine großen Philosophen.“
- „Wenn die Getränkeverkäufe zurückgehen, lassen wir die Piloten ein wenig Turbulenzen erzeugen. Das führt in der Regel zu einem Anstieg der Verkäufe.“
- Zu Passagieren, die vergessen haben, ihre Bordkarte auszudrucken: „Wir finden, dass sie 60 Euro zahlen sollten, weil sie so dumm sind.“
- Zu Passagieren, die ihre Ruhe haben wollen: „Wer glaubt, dass Ryanair-Flüge eine Art heiliger Ort sind, an dem man in sich gehen kann, der irrt. Wir bombardieren Sie mit so vielen Durchsagen und Servierwagen wie möglich. Wer schläft, wird von uns geweckt, damit wir ihm etwas verkaufen können.“
- Einige seiner Beschäftigten bezeichnete O’Leary einmal als „faule Bastarde“.
- Passagieren, die eine Rückerstattung verlangten, beschied er: „Wir wollen eure Jammergeschichten nicht hören.“
O’Leary streut seine kontroversen Sprüche regelmäßig. Erst im Juni dieses Jahres hatte er angekündigt, Ryanair werde Gebühren für Eltern, die im Flugzeug neben ihren Kindern sitzen möchten, „widerwillig“ abschaffen.