Brisante Analyse

Russland könnte jetzt die Bundeswehr selbst ins Visier nehmen


21.10.2026 – 11:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Spezialist der Bundespolizei bei der Entschärfung einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leizpig. (Archivbild) Sie wird Russland zugeordnet. (Quelle: IMAGO/EHL Media/imago)

Nach zwei Funden mutmaßlicher Sprengstoffdrohnen wächst bei der Bundeswehr die Sorge vor gezielten Angriffen auf ihre Einrichtungen. Ein interner Bericht warnt vor einer baldigen Verschärfung der Lage.

Die Bundeswehr hat die Gefahr russischer Sabotageanschläge auf ihre Einrichtungen in Deutschland erstmals als „erheblich“ eingestuft. Das geht aus einer internen Sicherheitsanalyse hervor, über die der WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch berichten. Es handelt sich um die zweithöchste Gefahrenstufe der Streitkräfte.

Hintergrund sind zwei Drohnenfunde. Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle offenbar ein Anschlag auf ukrainische Transportflugzeuge gescheitert. Mitte September entdeckte ein Landwirt nahe dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf in Niedersachsen eine weitere Drohne. In ihrer Nähe wurde ebenfalls Sprengstoff gefunden. Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts lag das Fluggerät dort vermutlich bereits seit zwei Jahren. Die Ermittler halten es für möglich, dass damit Flugzeuge der Bundeswehr angegriffen werden sollten.

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Sprengstoffdrohne in Nähe von Bundeswehr-Stützpunkt gefunden

In der internen Analyse heißt es laut WDR und „Süddeutscher Zeitung“, Russland verfüge sehr wahrscheinlich inzwischen über eine gesteigerte Absicht, gegen die Bundeswehr und ukrainische Einrichtungen in Deutschland vorzugehen. Besonders der Fund in Wunstorf deute darauf hin, dass die deutschen Streitkräfte selbst zum Ziel werden könnten.

Die Bundeswehr geht dem Bericht zufolge davon aus, dass Moskau mit solchen Aktionen die deutsche Unterstützung für die Ukraine schwächen will. Unter Berufung auf Erkenntnisse der Nachrichtendienste heißt es in dem Papier, es sei eine „kurzfristige Lageverschärfung zu erwarten und mit Aktionen in naher Zukunft zu rechnen“. Russland bestreitet eine Beteiligung an Sabotageangriffen.

Auf Anfrage des WDR erklärte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos: „Aufgrund der gestiegenen Bedrohungslage geht die Bundeswehr derzeit von einem erheblichen Sabotagerisiko aus.“ Deshalb würden die Schutzmaßnahmen an militärischen Standorten verstärkt.

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