Deutsche Mutterfirma distanziert sich
Supermarktkette spendet Millionen für Putins Soldaten
Aktualisiert am 24.10.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Die deutsche Handelskette Metro steht seit September in Russland unter Zwangsverwaltung. Nun wurde eine brisante Spende öffentlich.
Die russische Tochter des Handelskonzerns Metro hat umgerechnet rund elf Millionen Euro für die russische Armee gespendet. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, ging eine Milliarde Rubel an den Fonds „Volksfront. Alles für den Sieg!“. Betrieben wird er von der Allrussischen Volksfront, einer politischen Bewegung, die auf Initiative von Kremlchef Wladimir Putin gegründet wurde.
Nach Angaben des Fonds sollen mit dem Geld unter anderem Geländefahrzeuge, Kommunikations- und Aufklärungstechnik sowie Drohnenabwehrsysteme für die Truppen im Krieg gegen die Ukraine gekauft werden. Metro-Russland-Chef Johannes Tholey erklärte in der Pressemitteilung: „Als Teil des russischen Wirtschaftssystems halten wir es für wichtig, uns an den strategischen Initiativen des Staates zu beteiligen.“
Deutsche Metro-Zentrale: Kein Einfluss auf Geschäft in Russland
Die deutsche Metro AG distanzierte sich von der Spende. Die Entscheidung sei weder mit dem Konzern abgestimmt noch von ihm genehmigt worden, teilte das Unternehmen mit. Seitdem der Konzern unter Zwangsverwaltung gestellt wurde, habe man keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland. Auf Anfrage der Deutschen Welle erklärte der Konzern, die Finanzierung oder Unterstützung militärischer Operationen widerspreche seiner Haltung und seinen Geschäftsgrundsätzen.
Putin hatte das Russland-Geschäft von Metro am 28. September per Erlass unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Verwalter ist die Firma UK Torg Rus, die erst wenige Wochen zuvor registriert worden war. Ihr alleiniger Eigentümer ist Tholey, der Metro in Russland seit 2023 führt. Formal gehören die 91 Großmärkte mit rund 9.000 Beschäftigten weiter der Metro AG. Der Konzern war nach Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 in Russland geblieben, anders als viele westliche Firmen.
Auch Altkanzler Gerhard Schröder ist im russischen Handel engagiert. Er sitzt seit Ende September im Aufsichtsrat von Hyperglobus, dem Russland-Ableger der saarländischen Handelskette Globus. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit 2025 von der deutschen Holding getrennt. Ob die Berufung mit den Zwangsverwaltungen zusammenhängt, ließ es offen.