Jugendproteste in Dresden
Gen-Z-Demo in Dresden verläuft friedlich – trotz Querdenkern
01.11.2026 – 02:18 UhrLesedauer: 3 Min.
Rund 2.500 Menschen ziehen bei der Gen-Z-Demo durch Dresden. Der Zug bleibt friedlich – trotz Querdenkern.
Rund 2.500 Menschen haben am Samstag in Dresden an der Demonstration der Initiative „Gen Z regelt“ teilgenommen. Die Kundgebung auf dem Theaterplatz und der anschließende Protestzug durch die Innenstadt verliefen nach Angaben der Polizei friedlich. Auch eine zeitgleiche Versammlung aus dem Querdenker-Spektrum am Postplatz blieb ohne schwerwiegende Zwischenfälle.
Bundesweit hatte „Gen Z regelt“ für den Reformationstag zu Protesten in mehr als 30 Städten aufgerufen. Die Initiative fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten sowie mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht und den Ausbau staatlicher Überwachung lehnt sie ab.
Demonstranten verlesen zum Auftakt in Dresden einen Brief
In Dresden versammelten sich ab 14 Uhr zunächst rund 500 Menschen auf dem Theaterplatz, die Zahl stieg jedoch schnell auf etwa 3.000 an. Anton Festag vom Dresdner Orga-Team erklärte die Motivation: „Wir wurden klar von Frankreich inspiriert, weil da super viele Jugendliche auf die Straßen gegangen sind und gezeigt haben, dass Veränderung möglich ist und wir die Macht haben, Sachen zu verändern.“ Man sei heute ein Zusammenspiel aus unterschiedlichen Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen, die aktiv werden wollten, so Festag.
Zum Auftakt wurde in Dresden ein Brief verlesen, in dem es hieß: „Deutschlandweit geht eine Generation auf die Straße. Menschen, die frustriert sind, die ihre Zukunft in Gefahr sehen, die nicht weiter stillschweigend zuschauen wollen. Menschen, die von der Politik großflächig übergangen werden, deren Anliegen und Bedürfnisse nicht gehört werden und deren Proteste kriminalisiert werden. Menschen, die sich entschlossen haben, laut zu werden gegen die Ungerechtigkeit, gegen Sozialkürzungen und gegen die wachsende Militarisierung.“
Papiercontainer brennt in Seitenstraße
Auf dem Theaterplatz waren neben vielen jungen Menschen und Schülern auch deutlich Ältere zu sehen. Auf Plakaten stand unter anderem „Mit flammendem Herzen gegen eure soziale Kälte“, „Gegen die Kriminalisierung von sozialen Bewegungen“ oder „Bildung statt Bomben“. Immer wieder wurden Parolen wie „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ gerufen. Ein Vertreter der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht rief zum nächsten Streik am 20. November auf.

Der Protestzug führte vorbei am Kulturpalast, weiter zum St.-Benno-Gymnasium und endete im Alaunpark. Rund 2.500 Menschen nahmen daran teil. In der Neustadt zündeten Teilnehmer vereinzelt Pyrotechnik. Gegen 17 Uhr brannte laut Tag24 in einer Seitenstraße ein Papiercontainer. Polizeisprecher Thomas Geithner bestätigte, dass die Polizei einen Zusammenhang mit der Demo vermutet. Gegen 17.45 Uhr löste sich die Versammlung auf. Die Dresdner Verkehrsbetriebe mussten zwischenzeitlich mehrere Straßenbahnlinien umleiten, darunter am Altmarkt die Linien 1, 2 und 9.