„Glasklares Foul“

Rot-Diskussion um BTSV-Profi: Schiri-Experte ordnet Szene ein


01.12.2025 – 10:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Duell zwischen Robin Heußer (Eintracht Braunschweig) und Naatan Skyttä (1. FC Kaiserslautern): Viele forderten nach der Szene die Rote Karte für den BTSV-Profi. (Quelle: IMAGO/Susanne Hübner, Susanne Huebner/imago)

Diese Szene spaltet nach der Partie die Gemüter: Robin Heußer von Eintracht Braunschweig bringt seinen Gegenspieler in aussichtsreicher Lage zu Fall. War es Rot?

Wichtiger Befreiungsschlag für Eintracht Braunschweig: Der BTSV feierte am 14. Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern einen verdienten vierten Saisonsieg (2:0), verbesserte sich in der 2. Bundesliga auf Relegationsplatz 16 und liegt nun gleichauf mit dem rettenden Ufer.

Das Spiel im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße hätte allerdings früh eine andere Wendung nehmen können. In den sozialen Medien wird eine Szene in der 32. Spielminute heiß diskutiert: Beim Stand von 0:0 kommt es nach einem langen Ball tief in der Hälfte der Eintracht zum Luftzweikampf zwischen BTSV-Profi Robin Heußer und dem Lauterer Naatan Skyttä.

Heußer entscheidet diesen als letzter Mann für sich und bugsiert den Ball zurück zu Keeper Ron-Thorben Hoffmann. Dabei hat er allerdings auch die Hand am Gegenspieler und bringt diesen zu Fall. Schiedsrichter Timo Gansloweit winkt ab und deutet an, dass Heußer den Ball spielte. Der Videoassistent greift nicht ein.

In den sozialen Medien löste das große Diskussionen aus. Viele Beobachter sehen eine klare Notbremse und fordern eine Rote Karte für den Braunschweiger – mindestens aber, dass sich der Videoschiedsrichter der Sache annimmt.

Bei „Bild“ ordnet Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe die viel diskutierte Szene ein. Auch er erkennt, dass Heußer in der Situation den Ball spielte. „Allerdings hat der Braunschweiger in der Situation bevor er den Ball köpfte, schon seinen Lauterer am Hals gepackt – an der Schulter – und dann eindeutig herumgerissen.“

Für ihn ist klar: „Würde ich erst den Ball spielen oder köpfen und danach den Gegner treffen, hätte man das vielleicht laufen lassen können. Das hier ist ein glasklares Foul, das hätte geahndet werden müssen.“

Eine Rote Karte hätte Gräfe selbst für das Vergehen allerdings nicht zwingend gegeben. „Als Entscheidung selber wäre eigentlich Freistoß und mindestens Gelb die richtige Entscheidung gewesen“, sagt er.

Und auch, dass der Videoschiedsrichter sich nicht einschaltete, ist für ihn nachvollziehbar. Denn: Unklar ist, ob Kaiserslauterns Skyttä den hohen Ball sicher unter Kontrolle hätte bringen und so frei auf das BTSV-Tor zusteuern können.

„Insofern bleiben kleine Restzweifel“, so Gräfe. „Und wenn man diese Restzweifel schon auf dem Feld hat, dann sollte man auch als Videoassistent nicht eingreifen. Es geht ja um die glasklaren, offensichtlich, unauslegbar, falschen Entscheidungen.“

Die Eintracht, die in der laufenden Saison bereits sechs Platzverweise kassierte, kam in der Szene ohne Strafe davon. Anschließend machten Max Marie (34.) und Erencan Yardimci (49.) den verdienten Sieg perfekt. Für die Partien in der Vorweihnachtszeit dürfte das im Abstiegskampf den nötigen Aufwind geben. Weiter geht es am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen den Tabellen-13. Holstein Kiel.

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