Rolle in Erotikfilm
Jugendsünde aus den Siebzigern verfolgt Dagmar Wöhrl bis heute
05.08.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Auftritt war klein, die Wirkung umso größer: Lange muss sich die Nürnbergerin Dagmar Wöhrl für eine freizügige Filmrolle aus vergangenen Zeiten rechtfertigen.
Lange bevor Dagmar Wöhrl als Rechtsanwältin, Bundestagsabgeordnete und Investorin bekannt wurde, stand die Nürnbergerin für eine freizügige Filmkomödie vor der Kamera.
Wöhrl war 19 Jahre alt und hatte gerade ihr Abitur am Sigena-Gymnasium in Nürnberg abgelegt, als sie 1973 an den Dreharbeiten zu „Die Stoßburg – Wenn nachts die Keuschheitsgürtel klappern“ mitwirkte. Der Film von Regisseur Franz Marischka entstand 1973 und 1974 und kam am 1. Februar 1974 in die Kinos.
Dagmar Wöhrl: Vom Erotikfilm-Auftritt in den Bundestag
Unter dem Künstlernamen Sandra Monte übernahm Wöhrl die kleine Nebenrolle derjungen und unerfahrenen Adelaide. In einer Szene ist die spätere CSU-Politikerin unbekleidet zu sehen. Doch eine spätere Schauspielkarriere blieb aus.
Wöhrl schlug stattdessen einen grundlegend anderen Weg ein. Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und legte 1987 ihr zweites Staatsexamen ab. Später arbeitete sie als Rechtsanwältin und Unternehmerin.
Anfang der Neunzigerjahre zog sie für die CSU in den Nürnberger Stadtrat ein, 1994 folgte der Wechsel in den Bundestag. Dort vertrat sie den Wahlkreis Nürnberg-Nord und blieb insgesamt 23 Jahre Abgeordnete.
Wöhrl hatte in der Politik zunächst zu kämpfen
Mit dem Aufstieg in der Politik rückte auch ihre frühe Filmrolle wieder in den Blick. Kritiker nutzten dies zunächst, um Zweifel an der Befähigung Wöhrls als Politikerin zu säen.
Im Rückblick bezeichnete sie ihre Vergangenheit selbst als „Hypothek“. Es habe viel Energie gekostet, die Vorurteile auszuräumen, sagte sie 2017 der „Welt“. Gerade zu Beginn ihrer Zeit im Bundestag musste Wöhrl nach eigenen Angaben gegen Zweifel an ihrer fachlichen Eignung arbeiten.
Sie setzte sich dennoch in der Politik durch. Wöhrl wurde wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und später Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Nach ihrem Abschied aus dem Parlament wechselte sie 2017 als Investorin zu „Die Höhle der Löwen“. Dort ist die Nürnbergerin bis heute im TV zu sehen.
