„Dieser kleine Drecksack“

Rod Stewart trifft den König – und bricht mit dem Protokoll


13.05.2026 – 03:03 UhrLesedauer: 4 Min.

Rod Stewarts Fingernägel dürften den König (l.) weniger überrascht haben als dessen Bemerkung.

Rod Stewarts Fingernägel dürften den König (l.) weniger überrascht haben als dessen Bemerkung. (Quelle: Adrian Dennis/Pool via REUTERS)

Sänger Rod Stewart hält mit seiner Meinung selten hinter dem Berg. Das bekam nun auch der britische König zu spüren.

Rod Stewart ist inzwischen 81 Jahre alt. Er hat so ziemlich alles erreicht, was man im Musikgeschäft erreichen kann. Vor zehn Jahren wurde er im Buckingham Palast von der Queen zum Ritter geschlagen, seitdem darf er sich Sir nennen. Doch der Ehrentitel hält Sir Rod Stewart nicht davon ab, seine Meinung zu sagen – vor allem, wenn es um Donald Trump geht.

Davon konnte sich nun auch der britische König ein Bild machen. Bei einem Empfang zum 50-jährigen Bestehen des Kings Trust, einer Wohltätigkeitsstiftung zugunsten hilfsbedürftiger Kinder und Jugendliche, traf Charles III. am Montag in London auf den Rocksänger. Wie üblich schritt der König gemeinsam mit seiner Gattin Camilla während der Veranstaltung die Reihe der geladenen Honoratioren und Prominenten ab, darunter auch Stewart und „Rollings Stones“-Gitarrist Ronnie Wood.

Die beiden Stars schüttelten dem Monarchen zunächst artig die Hand. Doch anstatt des höflichen Smalltalks, der bei solchen Gelegenheiten üblich ist, setzte Stewart sofort zu einer Lobrede an, die es in sich hatte. „Darf ich Ihnen sagen, dass sie das ganz hervorragend gemacht haben in den Vereinigten Staaten“, sagte Stewart an den König gewandt. Und mit Verweis auf den US-Präsidenten: „Sie waren vorzüglich, absolut vorzüglich, wie sie diesen kleinen Drecksack in die Schranken gewiesen haben“.

Der König, so zeigen es Videobilder der kurzen Begegnung, scheint kurz irritiert von diesem Bruch mit dem Protokoll zu sein. Er lacht verschmitzt und scheint sich schon abwenden zu wollen. Auch Altrocker Ronnie Woods kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Der Rest der Unterhaltung ist nicht zu verstehen.

81 Jahre alt: Rod Stewart bei den American Music Awards 2025 in Las Vegas. (Quelle: Mario Anzuoni)

Ein Dilemma für den König

Doch Stewart legt noch einen drauf. Denn als nächstes ist bei dem Defilee Camilla an der Reihe, auch sie schüttelt dem Sänger die Hand. Und auch der Königsgemahlin gibt Stewart noch mit auf den Weg, was er von Charles‘ diplomatischer Performance beim Trump-Besuch hält: „Ich habe ihrem Mann gerade zu seinem wunderbaren Auftritt in den USA beglückwünscht, so toll, so mutig, so aufrichtig.“

Bei dem viertägigen Besuch in Washington, D.C. hatte das britische Königspaar einen diplomatischen Drahtseilakt vollziehen müssen. Charles III. war dem US-Präsidenten mit der gebotenen Zuvorkommenheit begegnet, wie es sie unter politisch Verbündeten gebietet. Er hatte allerdings auch keinen Hehl daraus gemacht, was er von der aktuellen US-Regierung hielt. Etwa in seiner Rede vor dem Kongress: Dort pries der Monarch die Bedeutung der Nato, er forderte die tatkräftige Unterstützung der Ukraine und er betonte den Umweltschutz als entscheidende Zukunftsfrage. Es war eine subtile Kritik an Donald Trump, der für all diese Themen wenig Begeisterung zeigt.

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