„Habe realisiert, dass ich Tourette habe“
Robbie Williams beschreibt ungewöhnliches Symptom
02.10.2025 – 12:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Robbie Williams hat immer offen über seine psychischen Erkrankungen gesprochen. Nun offenbart der britische Sänger erstmals, dass er auch am Tourettesyndrom leidet.
Seit den 1990er-Jahren steht Robbie Williams im Licht der Öffentlichkeit. Mit der Boyband Take That wurde er weltberühmt, als Solokünstler füllte er später Stadien weltweit. Doch hinter den Kulissen kämpfte der Musiker mit schweren psychischen Belastungen: Depressionen, Angststörungen, ADHS, Sucht.
Nun musste der vierfache Vater einen weiteren Rückschlag verkraften. „Ich habe kürzlich realisiert, dass ich Tourette habe“, sagte Robbie Williams der „Daily Mail“ zufolge in dem Podcast „I’m ADHD! No You’re Not“. Dabei beschreibt er ein eher ungewöhnliches Symptom, das von vielen nicht sofort mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wird: aufdringliche, nicht kontrollierbare Gedanken, sogenannte „intrusive Gedanken“.
Das Tourettesyndrom ist eine neuropsychiatrische Störung. Das heißt, sie betrifft sowohl das Nervensystem als auch die Psyche. Die Erkrankung beginnt meist in der Kindheit. Typisch sind sogenannte Tics, also plötzlich auftretende, sich wiederholende Bewegungen oder Lautäußerungen. Diese Tics lassen sich von den Betroffenen nur schwer oder gar nicht unterdrücken.
Aber: Bei Robbie Williams äußere sich die Erkrankung nicht wie bei vielen anderen Betroffenen durch unfreiwillige Bewegungen und Laute, sondern nach innen. „Es sind intrusive Gedanken, die ständig da sind und sich nicht kontrollieren lassen“, erklärte der Sänger.
Das ist für das Tourettesyndrom eher ungewöhnlich. Allerdings tritt Tourette häufig mit weiteren psychischen Erkrankungen auf, etwa ADHS oder Zwangsstörungen (obsessive-compulsive disorder; OCD). Gerade Menschen mit Zwangsstörungen neigen zu solchen unkontrollierbaren Gedanken. Mediziner vermuten, dass über ein Drittel der Menschen mit Tourette auch unter einer Zwangsstörung leiden.
