Mehr als 7 Millionen Kranke
RKI meldet Beginn von Infektionswelle
Aktualisiert am 02.10.2025 – 08:39 UhrLesedauer: 4 Min.
Mit Beginn der kälteren Jahreszeit liegen immer mehr Menschen mit einer Erkältung oder Corona krank im Bett. Was man jetzt über die Symptome wissen sollte und wie man sich schützen kann.
Viele kennen jemanden, der gerade krank im Bett liegt. Denn wenn jetzt im Herbst mehrere Menschen in geschlossenen, trockenen Räumen zusammenkommen, fühlen sich Viren besonders wohl und das Risiko einer Ansteckung wächst. Die aktuelle Lage im Überblick.
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen, wie es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) heißt. Gemessen an freiwilligen Meldungen aus der Bevölkerung geht das RKI von rund 7,1 Millionen akuten Atemwegsinfektionen in der vergangenen Woche aus. Unterwegs sind vor allem Rhinoviren, die eine Erkältung auslösen können, Coronaviren und Parainfluenzaviren, die insbesondere Kleinkinder infizieren. Schwere Fälle gebe es zurzeit noch nicht viele.
Die geschätzte Zahl der Corona-Infektionen ist in den vergangenen Wochen gestiegen, allerdings auf niedrigem Niveau. In einigen Systemen zeige sich eine Abschwächung dieses Anstiegs. Die geschätzte Inzidenz liegt bei 500 Covid-19-Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Die jährliche Grippewelle hatte in den vergangenen Jahren meist erst im Januar begonnen.
Halsweh, Husten, laufende Nase, Kopf- oder Gliederschmerzen: Atemwegserkrankungen lösen oft ähnliche Symptome aus. Für den Einzelnen sei es daher schwierig, nur durch die Symptomatik zu erkennen, ob es Corona, eine Grippe, eine Erkältung oder das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sei, erklärt die Infektiologin Hortense Slevogt von der Medizinischen Hochschule Hannover.
Nach Angaben des RKI sind fieberhafte Verläufe bei einer Corona-Infektion häufiger als bei Erkältungen. Eine Grippe beginnt oft plötzlich. Bei RSV können die Symptome mehr als vier Wochen anhalten, insbesondere Husten.
„Wenn es klinisch relevant ist – etwa bei Risikopersonen, schweren Symptomen oder wenn eine gezielte Therapie erwogen wird –, klärt man die Ursache am sichersten mit einem PCR-Test“, sagt Slevogt, die Sprecherin der Sektion Pulmonale Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie ist. Antigen-Schnelltests seien bei hoher Last an Viren zuverlässig. Je niedriger die Viruslast, desto wahrscheinlicher sei ein falsch-negatives Ergebnis.
