Mögliche Ursachen

Sekundenschlaf – steckt eine Krankheit dahinter?


Aktualisiert am 13.10.2025 – 08:18 UhrLesedauer: 3 Min.

Tritt Sekundenschlaf im Straßenverkehr auf, steigt die Unfallgefahr. (Quelle: DjelicS/getty-images-bilder)

Sekundenschlaf kann lebensgefährlich sein, etwa wenn Betroffene beim Autofahren ungewollt einnicken. Welche Krankheiten das Risiko erhöhen.

So harmlos Sekundenschlaf klingt, so riskant kann er sein. Die extrem kurzen Momente des unkontrollierten Einschlafens treten meist in monotonen Situationen auf, etwa beim Fahren auf der Autobahn oder bei eintönigen Arbeitsvorgängen. Doch was genau verursacht den sogenannten Mikroschlaf?

Beim Sekundenschlaf nicken Betroffene für 1 bis 15 Sekunden weg – häufig, ohne sich dessen bewusst zu sein. Während dieser ultrakurzen Schlafepisoden müssen die Augen nicht unbedingt geschlossen sein: Mitunter bleiben die Augen offen, der Blick wirkt möglicherweise leer und starr. Dadurch kann Sekundenschlaf auch für Umstehende unbemerkt bleiben.

Häufig tritt Sekundenschlaf als spontane Folge starker Übermüdung auf, während Betroffene gleichzeitig mit aller Macht versuchen, wach zu bleiben, etwa bei einer nächtlichen Fahrt auf der Autobahn.

Setzt der Mikroschlaf ein, werden bestimmte Bereiche des Gehirns kurzfristig abgeschaltet, die normalerweise von außen eingehende Signale verarbeiten und interpretieren. Gleichzeitig bleibt jener Teil des Hirns wach, der für automatisiertes Handeln zuständig ist, und übernimmt die Kontrolle. Tritt nun jedoch eine Gefahrensituation auf, kann der Körper unter Umständen nicht adäquat reagieren, sodass das Risiko für Unfälle steigt.

Sekundenschlaf tritt selten vollkommen aus dem Nichts auf. Oft zeigen sich vorab verschiedene Anzeichen. Mögliche Alarmsignale für drohenden Mikroschlaf beim Autofahren sind unter anderem:

Auch die Zunahme von Fahrunsicherheiten kann auf bevorstehenden Sekundenschlaf hinweisen, wie etwa:

Wer bei sich solche Warnsignale bemerkt, sollte die Fahrt sofort unterbrechen und entweder mit dem Beifahrer oder der Beifahrerin tauschen und/oder die Pause dazu nutzen, kurz zu schlafen oder sich an der frischen Luft zu bewegen.

Meist führt vor allem akuter Schlafmangel beziehungsweise Übermüdung zu Sekundenschlaf. Das Risiko für kurzfristiges Einnicken steigt in der Nacht und am frühen Morgen, nach langen Wachphasen, bei zu wenig Schlaf sowie durch lange oder ungünstige Arbeitszeiten (zum Beispiel bei Schichtarbeit). Das gilt insbesondere, wenn unter diesen Bedingungen monotone Tätigkeiten (wie Fahren auf der Autobahn) ausgeübt werden.

Erkrankungen, die mit verstärkter Schläfrigkeit einhergehen, können das Risiko für Sekundenschlaf steigern. Das gilt etwa für Schlafstörungen wie die Schlafapnoe oder Narkolepsie. Auch die Nebenwirkungen verschiedener Medikamente können die Fahrfähigkeit beeinflussen und Mikroschlaf begünstigen, wenn diese zu erhöhter Tagesschläfrigkeit oder verminderter Konzentrationsfähigkeit führen.

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