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Politik

Risiko für Rentner oder großer Wurf?

wochentlich.deBy wochentlich.de25 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Risiko für Rentner oder großer Wurf?
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Pläne der Bundesregierung

Neue Kapitalrente: Risiko für Rentner oder großer Wurf?

Aktualisiert am 25.06.2026 – 09:50 UhrLesedauer: 4 Min.

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Ein Teil der Rente soll künftig über den Kapitalmarkt gesichert werden. (Symbolbild) (Quelle: Hannes P Albert/dpa/dpa-bilder)

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Soll ein Teil der Rente künftig über die Börse finanziert werden? Schweden hat damit gute Erfahrungen gemacht. Doch nicht alle hierzulande sind überzeugt, dass das eine gute Idee ist.

Kanzler Friedrich Merz spricht von einer „genialen Idee“, Kritiker halten es für riskant, die Rente künftig teils über die Börse zu finanzieren. Nachdem die Ampel noch mit Vorschlag einer „Aktienrente“ gescheitert war, will die jetzige Bundesregierung nach jahrelangen Debatten eine Kapitalrente einführen. Wie groß ist das Risiko für Beitragszahler und künftige Rentnerinnen und Rentner? Und welche Chancen gibt es?

Was ist geplant?

Die Rentenkommission empfiehlt als neuen Baustein eine Kapitalrente: Zusätzlich zum normalen Rentenbeitrag sollen Arbeitgeber und Beschäftigte nach einer 2028 beginnenden Übergangsphase zwei Prozent des Bruttoeinkommens einzahlen. So soll künftig ein Teil der Rentenzahlungen über den Kapitalmarkt finanziert werden.

Wie wird das Geld angelegt?

Für die Anlage des Kapitals soll „ein öffentlicher, international wettbewerbsfähiger Fonds“ etabliert werden. Wer nicht in diesen öffentlichen Fonds einzahlen will, soll nach Empfehlung der Rentenkommission „aus einer möglichst begrenzten Anzahl zertifizierter Anlagefonds weiterer Anbieter auswählen können, die denselben strengen Kriterien unterliegen müssen“.

Gibt es mit diesem Modell schon Erfahrungen?

Vorbild ist Schweden. Dort werden die Rentenversicherten gewissermaßen gezwungen, einen Teil ihres Einkommens zu investieren: über die sogenannte Prämienrente. Dieses Geld wird in Fonds angelegt, die die Schweden selbst wählen können. Für diejenigen, die sich damit nicht befassen möchten, hat das Land einen staatlichen Fonds eingerichtet, eine Art Standardanlage in Aktien.

In Schweden fällt die Bilanz positiv aus: Auch wenn es zeitweise Kurseinbrüche gab – etwa in der Finanzkrise – hat sich vor allem die Investition in den staatlichen Fonds AP7 Såfa für die Schweden ausgezahlt. Der Fonds investiert global und hat vergleichsweise niedrige Gebühren. Solange der oder die Rentenversicherte jung ist, wird das Geld komplett in Aktien angelegt, später steigt der Anteil festverzinslicher Papiere, um das Risiko zu verringern.

Kritik am KapitalmarktVergrößern des Bildes
Viele Menschen sorgen sich davor, an der Börse Geld zu verlieren. (Archivbild) (Quelle: Sebastian Willnow/dpa/dpa-bilder)

Ist die Gefahr nicht groß, dass an der Börse Geld verloren geht?

Viele Menschen in Deutschland machen um die Börse einen weiten Bogen, gewaltige Summen liegen auf Tagesgeld- oder Girokonten, die üblicherweise kaum oder gar keine Zinsen abwerfen.

Das Deutsche Aktieninstitut rechnet regelmäßig vor, dass sich ein langfristiges Investment an der Börse lohnt. Demnach brachte ein Sparplan auf Aktien des Deutschen Aktienindex (Dax) in den vergangenen 20 Jahren fast 9 Prozent Ertrag pro Jahr auf jeden angelegten Euro – trotz zahlreicher Krisen. Bei 50 Euro im Monat seien so aus 12.000 Euro Investment gut 32.000 Euro geworden.

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