Wann kommt man an das Geld?

Grundsätzlich können Sparer jederzeit auf ihr Depot zugreifen. Wer das Geld jedoch vorzeitig entnimmt, muss die erhaltenen Zulagen und etwaige Steuervorteile zurückzahlen. Die Gewinne bleiben erhalten, werden dann aber nachträglich mit der vollen Abgeltungsteuer besteuert. Eine 30-prozentige Teilfreistellung wie bei Aktien-ETFs gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht.

Regulär beginnt die Auszahlphase zwischen dem 65. und dem 70. Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt sollen Sie einmalig bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals entnehmen können.

Für die restliche Summe gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird Ihnen das Kapital in einem Auszahlplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr schrittweise ausgezahlt oder es wird in eine lebenslange Rente umgewandelt. In beiden Fällen unterliegen die Auszahlungen der nachgelagerten Besteuerung. Das heißt, sie werden im Alter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, der häufig niedriger ist als während des Erwerbslebens.

Welche Variante günstiger ist, hängt von der individuellen Lebenserwartung, dem Gesundheitszustand und den konkreten Vertragskonditionen ab – insbesondere vom sogenannten Rentenfaktor bei der lebenslangen Rente.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge können Sie weiterführen. Ein Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot soll möglich sein, ist jedoch freiwillig und endgültig. Neue Riester-Verträge sollen ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden können.

Für manche Geringverdiener mit mehreren Kindern kann das alte Riester-System weiterhin günstiger sein, da dort die Kinderzulagen unabhängig von der Einzahlungshöhe gewährt werden. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt daher stark vom Einzelfall ab.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Das neue Modell dürfte vor allem für Durchschnitts- und Gutverdiener interessant sein, die regelmäßig sparen und langfristig investieren. Wer ohnehin einen ETF-Sparplan nutzt, erhält hier zusätzliche staatliche Förderung und steuerliche Vorteile.

Weniger profitieren könnten Personen mit sehr niedrigen Einzahlungen und mehreren Kindern, die im bisherigen Riester-System eine besonders hohe Förderquote erreichen.

Ist das Altersvorsorgedepot besser als ein normaler ETF-Sparplan?

Das hängt vom Blickwinkel ab. Ein klassisches Depot bietet maximale Flexibilität und keine Auszahlungsbeschränkungen. Dafür gibt es keine staatlichen Zulagen, und Erträge werden laufend besteuert.

Das Altersvorsorgedepot bietet hingegen drei zentrale Vorteile: staatliche Zulagen, steuerfreie Ansparphase und steuerfreies Umschichten. Diese Kombination kann langfristig einen deutlichen Mehrwert schaffen. Vorausgesetzt, die Kosten der angebotenen Produkte bleiben moderat.


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