In Form von 18 Millionen Euro
Nordeuropas größtes Mausoleum verrottet – nun kommt Hilfe
Aktualisiert am 21.07.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Das größte Mausoleum Nordeuropas steht auf einem Friedhof in Hamburg. Doch die Gruft rottet seit Jahren vor sich hin. Nun ist plötzlich Rettung in Sicht.
Auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg steht ein imposantes Mausoleum, das im Jahre 1906 von der Kaufmannsfamilie Schröder errichtet wurde. Das Gebäude ist denkmalgeschützt und gilt mit einer Fläche von rund 222 Quadratmetern als größtes Mausoleum in Nordeuropa.
Der Zentralbau ist achteckig und aus rotem Mainsandstein gefertigt. In der Wand befinden sich 24 Gruftzellen. Sechs Säulen und zwei Pfeiler tragen die Kuppel aus Eisenbeton. Auf dem Boden ist ein großes, sternförmiges Muster zu sehen. Das Mausoleum ist außerdem mit vielen Glasgemälden und Verzierungen versehen.
Mausoleum auf Ohlsdorfer Friedhof: Viele Glasfenster fehlen
Der bauliche Zustand des Gebäudes sei jedoch besorgniserregend, teilt der Denkmalverein Hamburg mit. Feuchtigkeit dringt wegen Beschädigungen in die Kuppel und das Mauerwerk ein. Im Inneren blättern Farb- und Putzschichten daher ab. Einige der Glasfenster sind beschädigt oder fehlen ganz. „Eine baldige denkmalgerechte Sanierung wäre daher dringend notwendig“, so der Verein.
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Die Nachfahren des Freiherrn von Schröder hatten sich nicht um eine Sanierung der Grabstätte gekümmert. 2009 übernahm der Hamburger Kulturinvestor Klaus Martin Kretschmer das Objekt für die nächsten hundert Jahre. Kretschmer wollte die Sanierung vornehmen, doch daraus wurde aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nichts. Seitdem rottet das Bauwerk vor sich hin.
Marmorskulptur „Das Schicksal“ befindet sich in der Nähe
Im Januar 2025 gab das Denkmalschutzamt bekannt, dass eine kurzfristige Sicherung durch Bundes- und Friedhofsmittel vorgesehen sei. Damals liefen die Planungen und Vorbereitungen zur weiteren Absicherung. „Ab Sommer 2026 soll das Mausoleum ein Schutzdach bekommen, um das Denkmal vor witterungsbedingten Einflüssen zu schützen und weitere Arbeiten vor Ort zu ermöglichen“, teilte vor einigen Monaten eine Sprecherin des Denkmalschutzamtes der Hamburg-Redaktion von t-online mit.
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Nun gibt es einen konkreten Plan: Für 18 Millionen Euro bekommt das Mausoleum ein „schwebendes Schutzdach“ mit extensiver Begrünung. Der marode Innenraum soll dazu saniert werden, damit er wieder zugänglich wird. Das Geld kommt 50/50 vom Bund und Hamburg, berichtet die Hamburger Morgenpost.
Aktuell darf der Kuppelbau wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Die sieben Verstorbenen, die im Mausoleum beigesetzt wurden, befinden sich mittlerweile nicht mehr in der Gruft. Wer sich das Mausoleum zumindest von außen anschauen möchte, findet es nordwestlich der Kapelle 7 am Westring. Es steht auf einem kleinen Hügel unweit der Marmorskulptur „Das Schicksal“ von Hugo Lederer.
