Wandern 6.000 Arbeitsplätze ab?

Produktionsstopp bei Renault in Spanien


12.05.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Zitterpartie in Spanien: Renault droht mit dem Abzug der neuen Modelle. (Quelle: Copyright: xNemenfotox via imago)

Renault lässt Verhandlungen mit Gewerkschaften platzen und stoppt den Bau neuer Modelle in Spanien. 6.000 Arbeiter müssen um ihre Jobs bangen. Denn der Autokonzern droht bereits mit dem nächsten Schritt.

Renault zieht die Notbremse. Da Verhandlungen mit Gewerkschaften gescheitert sind, friert der Autokonzern seine Produktion in Spanien ein. Das Unternehmen verzichtet vorerst darauf, neue Modelle in den spanischen Werken Palencia und Valladolid zu fertigen. Besonders hart trifft es das Werk in Palencia.

Dort montiert Renault seit 1978 Autos. Bisher rollen vor allem der Austral, der Espace und der Rafale vom Band. Doch die Technik blieb konservativ: Mehr als Plug-in-Hybride bauten die Franzosen an diesem traditionsreichen Standort bislang nicht. Das wollten sie ändern. Ab 2028 sollten dort drei neue Elektro- und Hybridwagen gebaut werden. Diese Pläne liegen nun jedoch auf Eis.

Arbeiten bei bis zu 35 Grad

Die Verhandlungen scheiterten an den Forderungen der Gewerkschaften nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen. Dazu gehörte etwa die Senkung der Innenraumtemperaturen in den Fabriken, die im Sommer auf bis zu 35 Grad Celsius steigen können.

Renault-CEO François Provost: Der Topmanager führt das Unternehmen seit vergangenem Jahr mit neuer Härte. (Quelle: IMAGO/Vincent Isore)

Auch in Valladolid herrscht Unklarheit: Dort wollte Renault die Fertigung zweier bestehender Modelle eigentlich fortsetzen. Insgesamt bangen rund 6.000 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze.

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Gewerkschaften unter Druck

Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich von der harten Absage überrascht. Zwar wollen die Gewerkschaften die Gespräche so schnell wie möglich fortsetzen, doch die Machtverhältnisse haben sich verschoben.

Flucht in andere Länder droht

Renault nutzt den Verhandlungsstopp als strategischen Hebel. Der Konzern droht offen damit, die neuen Modelle künftig in anderen Ländern zu bauen. Für die spanischen Fabriken verschärft sich damit der Überlebenskampf im globalen Wettbewerb. Denn wer die Bedingungen des Konzerns nicht erfüllt, verliert die Produktion an die internationale Konkurrenz.

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