
Astronomen sind überrascht
Dieser Himmelskörper dreht sich rasend schnell
09.01.2026 – 15:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Wenn Asteroiden sich zu schnell drehen, brechen sie auseinander – normalerweise. Jetzt wurde ein Himmelskörper entdeckt, der bisherige Theorien infrage stellt.
Das „Vera C. Rubin-Observatorium“ steht auf dem Gipfel des Cerro Pachón in Zentralchile. Seine Kamera gilt als die weltweit größte Digitalkamera. Seit dem vergangenen Jahr liefert das Teleskop spektakuläre Bilder aus dem All. Und nicht erklärbare Verhaltensweisen von Himmelskörpern, wie sich jetzt herausstellt.
Forscher haben mit dem Spiegelteleskop einen Asteroiden entdeckt, der sich in Rekordzeit um seine eigene Achse dreht, wie das Wissenschaftlerteam um US-Astronomin Sarah Greenstreet mitteilt. Demnach braucht der Himmelskörper mit der Bezeichnung 2025 MN45 gerade einmal 1,88 Minuten für eine Drehung.
Damit sei er der schnellste rotierende Asteroid mit einem Durchmesser von über 500 Metern, den Astronomen bisher gefunden haben, heißt es. Der Himmelskörper habe einen Durchmesser von 710 Metern.
Aber was sagt die Rotationsgeschwindigkeit über 2025 MN45 aus? Die Antwort: „Offensichtlich muss dieser Asteroid aus einem Material mit extrem hoher Festigkeit bestehen, damit er bei seiner rasanten Rotation zusammenhält“, sagt Forscherin Greenstreet.
Berechnungen zeigten, dass der Asteroid eine „ähnliche Kohäsionsfestigkeit wie festes Gestein“ haben müsse. Das sei überraschend, so Greenstreet. Die meisten bekannten Asteroiden bestünden aus vielen kleinen Gesteins- und Bruchstücken und würden bei dieser Rotationsgeschwindigkeit einfach auseinanderbrechen, weil die Fliehkräfte die Gravitationskraft übersteigen würden.
Zum Vergleich: Für Objekte im Hauptasteroidengürtel des Sonnensystems liegt die Rotationsgrenze bei 2,2 Stunden. Größere Himmelskörper wie die Erde benötigen bekanntermaßen 24 Stunden für eine Drehung.
Neben 2025 MN45 entdeckte das Team weitere bemerkenswerte Asteroiden, die sich ebenfalls auffällig schnell um ihre eigene Achse drehen und einen Durchmesser von mehreren Hundert Metern haben. Darunter gehören neben einigen erdnahen Objekten – sogenannten NEOs oder Near-Earth Objects – zu den schnellsten bekannten Asteroiden mit einem Durchmesser unter einem Kilometer.
Die Forscher erwarten, dass sie am „Vera C. Rubin-Observatorium“ künftig noch mehr dieser schnell rotierenden Objekte entdecken. Weitere Aufnahmen könnten entscheidende Informationen über die Stärke, Zusammensetzung und Kollisionsgeschichte dieser einfachen Himmelskörper liefern.













