Ja, die Brandmauer muss stehen.

So deutlich wie Reinhold Würth haben sich bislang wenige Wirtschaftslenker gegen die AfD positioniert. Mit einem eindringlichen Appell hat sich der Chef des Schraubenherstellers Würth an seine Belegschaft gewendet und warnt explizit vor einer Wahl der AfD. Das ist kein Verbot, kein Eingriff in freie und geheime Wahlen. Denn was die Mitarbeiter letztlich in der Wahlkabine ankreuzen, bleibt weiterhin allein ihnen überlassen.

Würths Appell ist verständlich, denn die deutsche Wirtschaft braucht einen florierenden europäischen Binnenmarkt, gute internationale Beziehungen und den Zuzug von ausländischen Fachkräften, darüber sind sich Experten einig. AfD-Funktionäre fabulieren stattdessen von einem Austritt aus der EU, dem Dexit, sprechen sich für Protektionismus aus und schüren bewusst Angst vor Migranten und Asylbewerbern.

Sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen, besteht eine ernst zu nehmende Gefahr für das friedliche Zusammenleben und den Erhalt des deutschen Wohlstands. Es ist daher kaum erstaunlich, dass auch Wirtschaftsvertreter mit Blick auf die Umfragewerte der AfD Sorgenfalten bekommen.

Die wirtschaftlichen Argumente gegen die AfD sind sicher nicht komplett uneigennützig, schließlich wären Unternehmen wie Würth selbst von den Plänen der Partei betroffen. Dadurch sind sie aber nicht weniger wichtig.

Denn die deutsche Gesellschaft braucht deutliche Worte für eine starke Demokratie, kann diese nicht oft genug, aus nicht genug Richtungen hören. Die gerne zitierte Brandmauer nach rechts besteht aus vielen Bausteinen und muss von der gesamten Gesellschaft, inklusive der Wirtschaft, instand gehalten werden.

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