Ob zum Beginn des Sommers oder im späten Herbst, kurz vor dem Winter: Bei vielen Autos ist der Reifenwechsel fällig. Wie Sie ihn selbst machen können.
Das Wichtigste im Überblick
Wenn Sie nicht Besitzer von Ganzjahresreifen sind, ist zweimal im Jahr der Reifenwechsel angesagt. Hier erfahren Sie die wichtigsten Antworten rund um das Thema, wann genau der Wechsel fällig ist und wann Sie den Radtausch nicht selbst erledigen sollten.
Reifenwechsel: Wann ist er fällig?
Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die sogenannte „O-Regel“ beachten. Diese Empfehlung des ADAC besagt, dass man Winterreifen von Oktober bis Ostern aufziehen sollte. Natürlich hängt dies aber immer von den aktuell herrschenden Wetterbedingungen ab.
Mit dem Wechsel auf Sommerreifen sollten Sie deshalb auf jeden Fall warten, bis die Straßen schnee- und eisfrei sind, der letzte Frost vorbei ist und die Temperaturen kontinuierlich über sieben Grad Celsius liegen. Winterreifen sollten Sie spätestens dann aufgezogen haben, wenn Sie über vereiste oder zugeschneite Straßen fahren müssen. Hier erfahren Sie, warum der Wechsel auf Winterreifen so wichtig ist, wenn Sie keine Ganzjahresmodelle besitzen.
Werkstatt oder selber machen?
Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, können Sie den Reifenwechsel entweder selbst durchführen oder eine Werkstatt damit beauftragen. Bei Kompletträdern ist es meistens kein Problem, den Reifenwechsel selbst zu machen (eine Einschränkung gibt es, siehe weiter unten).
Besitzen Sie jedoch spezielle Felgen, auf die Sie sowohl Ihre Sommer- als auch Ihre Winterreifen aufziehen, sollten Sie sicherheitshalber einen Fachmann beauftragen.
Die Kosten für einen Reifenwechsel liegen bei seriösen Anbietern für Kompletträder zwischen 15 und 20 Euro, für den Wechsel mit Auswuchten um 35 Euro (jeweils für vier Räder).
Welche Werkzeuge benötige ich?
Um den Wechsel reibungslos über die Bühne zu bringen, brauchen Sie
- einen stabilen Wagenheber
- Unterstellbock
- Radkreuz
- Drahtbürste
- Schachtel für Schrauben
- soweit vorhanden Schlüssel für das Felgenschloss
- einen Drehmomentschlüssel.
Reifenwechsel: Zeit für einen Reifencheck
Experten raten dazu, beim Reifenwechsel einen genauen Blick auf das Profil zu werfen. Unregelmäßig abgefahrene Reifen deuten auf defekte Stoßdämpfer oder eine falsch eingestellte Fahrwerksgeometrie hin. Das sollte sich dann eine Werkstatt anschauen.
Sommerreifen sollten eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben – keinesfalls dürfen sie die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern unterschreiten. Die Haftung kann laut ADAC – etwa bei Nässe – bereits bei vier Millimetern deutlich abnehmen. Der Automobilclub und die Deutsche Verkehrswacht empfehlen deshalb, Sommerreifen ab spätestens drei Millimetern zu erneuern; Winterreifen bei vier Millimetern Restprofiltiefe.
Reifen, die älter sind als acht Jahre, sollten laut ADAC nicht mehr verwendet werden. Beim Kauf sollten Reifen nicht älter als drei Jahre sein. Abzulesen ist das Herstellungsdatum (DOT-Nummer) in einem Oval an der Reifenseitenwand mit einer Angabe von Kalenderwoche und Jahr.
Kein Reifenwechsel mehr nötig: Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?
Die Fahreigenschaften von Winter- wie Sommerreifen sind an unterschiedliche Jahreszeiten und Witterungsbedingungen angepasst. Winterreifen etwa bieten unter anderem bei Schnee besseren Griff. Sommerreifen hingegen punkten bei höheren Temperaturen durch ihre härtere Gummimischung mit einer Reihe von Vorteilen: Der Spritverbrauch ist niedriger, die Bremswege sind kürzer und die Fahrstabilität höher. Warum neue Winterreifen so klein wie möglich sein sollten, lesen Sie hier.
Ganzjahresreifen sollen die guten Eigenschaften von Sommerreifen mit denen der Winterreifen kombinieren. Allerdings gelingt ihnen das nur bedingt, deshalb gelten sie nur als ein Kompromiss. Eine Überlegung wert sind sie eher, wenn das Auto selten bewegt wird und auch eher in einer Stadt als auf einer kurvigen Bergstraße. Sie bieten bei Schnee und Eis weniger Sicherheit als Winterreifen. Im Sommer wiederum sind Fahrstabilität, Verbrauch und Bremsweg schlechter als mit montierten Sommerreifen.
