Cyberangriffe auf Politik

Regierung sieht Russland hinter Signal-Attacke


25.04.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Julia Klöckner am Handy: Die Hacker setzten wohl auf menschliches Versagen. (Quelle: IMAGO/Matthias Gränzdörfer/imago)

Hunderte Politiker, Beamte und Militärangehörige sind Ziel eines Angriffs. Die Bundesregierung sieht russische Akteure hinter der großangelegten Aktion.

Die Bundesregierung hat Russland für eine breit angelegte Phishing-Kampagne gegen den Messengerdienst Signal verantwortlich gemacht. Das berichtete zuerst das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Demnach geht die Regierung davon aus, dass die Angriffe von russischen Akteuren ausgehen und sich gezielt gegen Personen aus Politik, Verwaltung und sicherheitsrelevanten Bereichen richten.

Nach Informationen des „Spiegel“ sind mindestens 300 Personen betroffen. Sicherheitsbehörden gehen von einer groß angelegten und seit Monaten laufenden Angriffswelle aus. Dazu zählen neben Klöckner auch Kabinettsmitglieder wie Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Familienministerin Karin Prien (CDU). Auch Abgeordnete aller Fraktionen, Journalisten, Militärangehörige, Nato-Vertreter und Mitarbeiter von Nachrichtendiensten gehören demnach zu den Zielpersonen.

Signal gilt als besonders sicherer Messenger und wird deshalb häufig von Politikern und Behörden genutzt. Gerade diese Verbreitung in sensiblen Bereichen macht den Dienst für Angreifer attraktiv. Technisch wurde dabei offenbar keine Sicherheitslücke der App ausgenutzt.

Stattdessen setzten die Angreifer mit sogenannten Phishing-Methoden auf menschliches Versagen. Nutzer erhielten täuschend echt wirkende Nachrichten, etwa von angeblichen Support-Konten. Darin wurden sie aufgefordert, einen Link zu öffnen, eine PIN einzugeben oder einen QR-Code zu scannen.

Wer diesen Aufforderungen folgte, ermöglichte den Angreifern Zugriff auf das eigene Konto. Dadurch konnten diese nicht nur bestehende Chats mitlesen, sondern sich auch selbst in Gruppen bewegen und unter falscher Identität kommunizieren. So konnten wohl auch große Mengen Daten abfließen. Welche Inhalte konkret betroffen sind, ist bislang unklar.

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