„Komplett neues Terrain“

Bund erwägt eigene Startbasis für Trägerraketen

23.07.2026 – 19:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Vorbereitungen für den ersten Testflug der „Spectrum“-Rakete des deutschen Start-Ups Isar Aerospace in Norwegen im März 2025: Die Bundeswehr will eine eigene Startbasis. (Quelle: -/Isar Aerospace/dpa/dpa-bilder)

Ohne Satelliten im Weltall wäre die Bundeswehr im Kriegsfall nahezu blind. Doch Europa fehlen Trägerraketen und Basen, um Satelliten ins All zu schießen.

Die Bundesregierung prüft den Aufbau einer eigenen Startbasis für Trägerraketen der Bundeswehr, um militärische Satelliten ins All befördern zu können. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Besuch des Raketenherstellers Isar Aerospace in Ottobrunn bei München. „Es gibt keine gesicherte Kommunikation für unsere Streitkräfte ohne Satelliten im Weltall“, sagte der SPD-Politiker.

Satelliten gebe es zu wenige, „noch dazu zu wenige, die wir selber hochbringen können“. Die Kapazitäten der bisherigen Raketenstartplätze in Norwegen oder Großbritannien werden nach Pistorius“ Einschätzung in Zukunft nicht mehr ausreichen. „Deswegen denken wir aktuell auch über einen bundeswehreigenen Startplatz nach“, sagte der Verteidigungsminister. „Denn unsere nationale Sicherheit darf eben am Ende nicht im Stau, nenne ich es mal, kommerzieller Warteschlangen hängen bleiben.“

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„Bis 2029 sind die Startkapazitäten weltweit beinahe ausgebucht“

In welchem Land eine Startbasis gebaut werden könnte, sagte Pistorius nicht. „Wir sind am Anfang der Überlegungen“, sagte er lediglich. „Das ist auch für uns ein komplett neues Terrain, auf dem wir uns bewegen.“ In der Raumfahrtbranche gilt Deutschland wegen seiner dichten Besiedlung als grundsätzlich nicht geeignet. Startplätze für Trägerraketen werden üblicherweise in Küstennähe gebaut, damit die Raketen im Falle eines Absturzes ins Wasser fallen und nicht an Land aufschlagen.

Der Teststart der „Spectrum“-Rakete von Isar Aerospace im März 2025 (Archivbild). (Quelle: dpa/Isar Aerospace)

Nach Worten von Isar Aeospace-Chef Daniel Metzler wurden im vergangenen 330 Raketen in elf Ländern ins All geschossen, davon nur acht aus Europa. „Bis 2029 sind die ohnehin knappen Startkapazitäten weltweit beinahe ausgebucht, und das bedeutet, wir müssen mehr Startkapazitäten bauen.“

Isar Aerospace will mit Segen des Bunds die Lücke schließen

Die meisten europäischen Satelliten werden seit Jahren vom US-Unternehmen Space X des Unternehmers Elon Musk in ihre Umlaufbahnen befördert. Das ist bei europäischen Raumfahrtunternehmen nicht zuletzt deswegen unpopulär, weil die Auftraggeber in den USA die technischen Spezifikationen ihrer Satelliten offenlegen müssen.

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